Symbolbild Cloud

Die bekannteste Lösung für eine private Cloud ist sicherlich das aus ownCloud hervorgegangene Nextcloud. Während man hier andauernd neue Funktionen einfügt um Nextcloud zur eierlegenden Wollmilchsau weiter zu entwickeln, vernachlässigt man zunehmend die Kernfunktion rund um Dateien. Eine Lücke in die FileRun sehr gekannt springt.

FileRun kann ebenso wie Nextcloud auf einem Home Server oder Webspace betrieben werden. Die übliche Kombination aus Apache, MySQL/MariaDB und PHP reicht hier aus. Die Entwickler haben in ihrem Blog eine exemplarische Anleitung am Beispiel von CentOS 7 veröffentlicht. Freunde von Docker finden hier auch einen fertigen Container.

Die Basisversion ist keine freie Software aber kann kostenlos genutzt werden. Geld verdient die Entwicklerfirma mit einer erweiterten Enterprise-Version.

FileRun konzentriert sich vollständig auf den Kernbereich Dateien. Die sehr aufgeräumte Oberfläche bietet hier die Möglichkeit Kollektionen zu verwalten, Bilder und Musik separat zu erkennen etc. pp. Die Dateien lassen sich über die durchdachte und reaktionsfreudige Oberfläche verwalten und es gibt die obligatorischen Funktionen um Dateien zu teilen.

Die umfangreichen Einstellungen beinhalten die notwendigen Zusatzoptionen. So lassen sich Benutzer und Gruppen verwalten, Accounts per Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern sowie ein Aktivitätslog abfragen. Bei Bedarf kann man die Oberfläche zudem mit einem individuellen Branding versehen.

Interessant sind die zahlreichen Plugins für unterschiedliche Dateien. So bindet FileRun unter anderem die Onlinedienste von Microsoft ein um schnell OOXML-Dateien zu bearbeiten.

Bei einer bestehenden OnlyOffice-Installation kann man allerdings auch diese für entsprechende Aufgaben konfigurieren und die Microsoft-Äquivalente ersetzen.

Ein zu verbessernder Bereich betrifft die Clients. FileRun rekurriert hier ausschließlich auf die bestehenden Nextcloud-Clients oder empfiehlt alternative WebDAV-Lösungen.

FileRun zeigt sehr schön was im Kern-Bereich der Cloud – also alles direkt um die Dateien und ihre Synchronisation herum – machbar ist und das auch ziemlich gut. Im direkten Vergleich sieht man dann subjektiv auch die Lieblosigkeit mit der bei Nextcloud dieser Bereich behandelt wird. Der Fokus scheint dort auf die zahllosen anderen mit Nextcloud verbundenen Apps gewandert zu sein. Großes Manko sind die fehlenden Clients und die unfreie Lizenz, die lediglich eine kostenlose Verwendung ermöglicht. Trotzdem kann FileRun für solche Anwender sein, die wirklich nur eine selbst gehostete Cloud für Dateien benötigen.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von IO-Images via pixabay

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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