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Windows 10 gilt unter kritischen Beobachtern faktisch als Spyware. Das System überträgt, sofern man sich für die vollständige Variante entschieden hat, unfassbar viele Daten an Microsoft. Abschalten geht nicht vollständig, man kann lediglich auf die Basisvariante wechseln und diese überträgt auch eine ganze Menge Daten. Microsoft hat den massiven Datenabgriff jetzt auch auf Office 2016 ausgeweitet.

Betroffen sind somit nun auch macOS-Nutzer und Anwender der mobilen Apps. Linux-Anwender sind nur betroffen, sofern sie Office in Crossover oder Wine betreiben.

Nach den jüngsten Update müssen Apple-Kunden mit Microsoft Office Installation auswählen ob sie vollständige oder grundlegende Diagnosedaten übermitteln möchte. Ein schließen des Fensters führte anfangs zur automatischen Auswahl der vollständigen Übermittlung, doch hier hat Microsoft noch nachgebessert. Die Windows-Versionen sind auch betroffen, hier gab es aber keine Abfrage, da man vermutlich die Einstellung des Betriebssystems übernimmt.

Eigentlich müsste man hier nun empört schreiben, was sich Microsoft dabei denkt seine Kunden derart auszuspionieren, aber eigentlich handelt es sich hier um die logische Fortsetzung des bisherigen Kurses. Microsoft hat jeden Bezug zu Datensparsamkeit/Datenschutz verloren und sammelt hemmungslos Daten, so lange es noch eine derart große Kundenbasis hat.

Es bleibt abzuwarten ob dies langfristig Folgen für den Business-Bereich hat. Nicht jede Firma steht dem Einsatz dieser Spyware unkritisch gegenüber und könnte mittel- oder langfristig einen Wechsel anstreben. Wirklich abschätzen kann man wohl erst wenn Windows 7 und Office 2010 ihr Supportende erreichen.

Privatanwendern kann man nur raten: Rette sich wer kann. Wer noch nicht über einen Wechsel auf Linux oder macOS nachgedacht hat, sollte dies jetzt tun. Notfalls sperrt man halt eine Windows-Installation in eine virtuelle Maschine und kappt ihr den Internetzugang.

Das wird nicht mehr besser werden, was mit Windows 10 begann treibt Microsoft bis zum Exzess – jede Kritik der vergangenen Jahre ist abgeprallt an den dortigen „Entscheidern“. Microsoft glaubt die Visualisierung der erhobenen Daten für den Verbraucher und die Möglichkeit für diesen ausgewählte Daten zu löschen ersetzt Datensparsamkeit als Prinzip. Glauben in Amerika bekanntermaßen mehr Firmen, aber wir Europäer wissen es hoffentlich besser.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von kreatikar via pixabay

Moin, meine Name ist Gerrit und ich betreibe diesen Blog seit 2014. Der Schutz der digitalen Identität, die einen immer größeren Raum unseres Ichs einnimmt ist mir ein Herzensanliegen, das ich versuche tagtäglich im Spannungsfeld digitaler Teilhabe und Sicherheit umzusetzen. Die Tipps, Anleitungen, Kommentare und Gedanken hier entspringen den alltäglichen Erfahrungen.

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