Datenschutz im digitalen Alltag

Damit Privates privat bleibt

Bild von KevinKing via pixabay / Lizenz: CC0 Creative Commons

RSS Feeds - Keine Fremdsteuerung, keine Auswertung

Die Entscheidung von Mozilla den RSS Support aus Firefox zu entfernen hat den Fokus wieder auf diese Technologie gerichtet. Nicht nur Fachmedien berichteten, sondern sogar die Süddeutsche Zeitung widmete RSS einen Artikel. Das ist nachvollziehbar, denn RSS bietet die Lösung für viele gegenwärtige Probleme und fristet zu Unrecht ein Schattendasein.

Bisher fand sich hier im Blog nie ein Artikel zu RSS. Die Ursache dafür ist banal. RSS gehört zu den Basistechnologien des Internets, der RSS-Reader auf hiesigen Systemen ist zusammen mit dem Browser das meist genutzte Werkzeug. Die Vorstellung, dass viele RSS durch Facebook und Twitter ersetzt haben oder zukünftig ersetzen könnten erschien auch aufgrund der Zielgruppe absurd. Nachdem die Technologie nun aber derart unter Druck gerät müssen ein paar Worte dazu sein.

RSS steht für ein - man muss es leider inzwischen so nennen - veraltetes Internet. Damals entschieden Anwender noch selbst was sie lesen wollen und wem sie folgen. Eine Feedsammlung entsteht durch eigene Arbeit und durch bewusste Abonnement-Entscheidungen. Natürlich erzeugen auch per RSS Filterblasen, aber diese unterliegen der Kontrolle des Anwenders, der die Sammlung erstellt und pflegt. Jedem reflektiert handelnden RSS-Nutzer ist klar, dass er nicht die Gesamtheit der Informationen abonniert hat. Zudem folgt man dem Angebot eines Anbieters, der auch mal abweichende Artikel veröffentlichen kann. Ähnlich wie bei einem Zeitungsabonnement stößt man auch mal auf Artikel, die der eigenen Meinung zuwider laufen.

Heute möchten sich viele Anwender nicht mehr diese Mühe machen. Sie bekommen in den sozialen Medien Informationen auf Basis ihrer Präferenzen und auf Grundlage der Algorithmen serviert. Individuelle Ausbrüche sind nicht vorgesehen, es entsteht im Extremfall ein geschlossenes Medienbild, das in sich kohärent ist. Nebenbei (oder als eigentliches Hauptprodukt?) erzeugen die Anwender umfangreiche Daten über ihre Lese- und Interaktionsgewohnheiten, sowohl inhaltlich, als auch im Metadaten-Bereich.

RSS bietet das nicht - jedenfalls sofern man auf Dienste wie Feedly & Co verzichtet. Der lokale Reader teilt seine Daten mit niemandem und sofern man einen selbst gehosteten serverbasierten RSS-Reader, wie den von Nextcloud oder Tiny Tiny RSS, nutzt fallen noch nicht mal bei den Webseitenbetreibern sinnvolle Metadaten an. Die Programmen synchronisieren sich schließlich in einem festgelegten Zeitintervall und unabhängig davon, ob man gerade den Inhalten folgt oder nicht.

Natürlich ist RSS nicht tot, aber Chrome und seine Derivate haben es bereits verbannt, demnächst folgt Firefox. Möglicherweise bieten Internetseiten dann zukünftig keine Feeds mehr, wenn beide großen Browser diese nicht mehr darstellen können. Letztlich hängt es vermutlich erheblich davon ab, ob Wordpress weiterhin RSS anbietet. So lange dies der Fall ist werden die meisten Webseitenbetreiber wissentlich oder unwissentlich ihre Artikel per RSS Feed verbreiten.


Bilder:

Einleitungsbild von ElisaRiva via pixabay / Lizenz: CC0 Creative Commons

Beitragsbild von KevinKing via pixabay / Lizenz: CC0 Creative Commons

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Tags: Social Media, Filterblase, Fake News, RSS

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    Management 3000 · Vor 1 Monaten
    Jedes Mal, wenn es heißt, die Zahl der RSS-Nutzer habe abgenommen, frage ich mich ja, ob das absolut oder anteilig gemessen wird. Kommen einfach immer mehr Leute dazu, die noch nie etwas von RSS gehört haben, oder steigt tatsächlich eine signifikante Zahl an Bestandsnutzern von RSS auf etwas anderes um?
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    Bernd · Vor 1 Monaten
    Opera hat einen optisch sehr stimmigen Newsreader, man kann entweder in den vorgegebenen Kategorien sich was aussuchen oder selber Feeds eintragen.
    https://www.opera.com/de/computer/features/news-reader
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      Cruiz
      • Administrator
      · Vor 1 Monaten
      Es gibt massig gute RSS Reader. Doch darum geht es hier nicht. Wenn die Platzhirsche RSS nicht mehr offiziell (und sichtbar) unterstützen kann das langfristig kritisch werden.
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    Bernd · Vor 1 Monaten
    In dem Artikel heißt es "Natürlich ist RSS nicht tot, aber Chrome und seine Derivate haben es bereits verbannt...". Diese Aussage stimmt halt so nicht, Opera baut bekanntlich auf Chromium auf.
    Der IE soll übrigens auch Feeds anzeigen können, aber mangels Windows kann ich das nicht bestätigen.
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    TuxWork · Vor 1 Monaten
    Installiere Tiny Tiny RSS auf einen eigenen Server für deine Familie. Du bist Herr der Daten und kannst sie ganz normal im Browser computerübergreifend nutzen oder natürlich mit RSS-Readern. Für Android gibt es unter F-Droid auch eine App.
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    Gast · Vor 1 Monaten
    RSS ist tot seitdem die meisten großen nur Titel über das verteilen und garnicht den eigentlichen Artikel.
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      Cruiz
      • Administrator
      · Vor 27 Tagen
      Titel und Einleitung reichen meist um zu entscheiden, ob man den kompletten Artikel lesen möchte. Aber ich gebe dir recht, schöner ist es den gesamten Artikel per RSS ausgeliefert zu bekommen.
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    Prov94 · Vor 1 Monaten
    Ich nutze Feedly, aber nicht die Funktionen die dort angeboten werden und Empfehlungen.
    Ich bin damals mit meinen Feeds von Google Reader direkt zu Feedly gegangen und nutze diese weiter.
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