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Symbolbild "Checkliste"

Lock-in Effekte vermeiden auf jedem Betriebssystem

Unter Lock-in Effekten versteht man eine besonders enge Produktbindung durch hohe Wechselkosten. Im Bereich der Betriebssysteme wird das vor allem mit dem Goldenen Käfig der Apple-Produkte verbunden. Lock-in Effekte können allerdings auf jedem System entstehen. Sie lassen sich aber durch reflektiertes Handeln vermeiden.

Vergleich man macOS mit Linux (wie bspw. hier: Reflexionen: Von Linux zu macOS) kommt immer jemand und spricht den vermeintlich Goldenen Käfig an (dazu übrigens: macOS vs. Linux - Goldener Käfig gegen Freiheit?). Gemeint ist da der vermeintlich besonders hohe Lock-in Effekt bei Apple Produkten. Diese urban myth wird allerdings auch nicht wahrer, wenn man sie häufig wiederholt. Jedes Betriebssystem erzeugt Lock-in Effekte. Genau so kann man sie auf jedem Betriebssystem vermeiden.

Nehmen wir doch einfach Linux als Beispiel. Jenes System, das angeblich kein Goldener Käfig und frei von Lock-in Effekten ist. Wenn ich mein Kubuntu System mit den Standardprogrammen nutze laufe ich gleich in ein paar Gefängnisse rein. E-Mails mit POP3 in KMail abgeholt, Finanzen und Online-Banking mit KMyMoney erledigt, in Dolphin viel mit Tags gearbeitet, in DigiKam eine riesige SQL-Datenbank mit Bildern erzeugt etc. pp. Alle diese erzeugten Daten sind bei einem Wechsel zu Windows oder macOS verloren oder lassen sich nur mit viel Aufwand portieren. Hinzu kommen noch die Dateien aus Produkten wie LibreOffice, die sich wirklich gut auch wieder nur in LibreOffice darstellen lassen - was aber wenigstens plattformübergreifend zur Verfügung steht.

Bei einer entsprechend unvorsichtigen Arbeitsweise wird Linux bzw. die Programmlandschaft unter Linux genau so zum Gefängnis wie es macOS oder Windows sein können. Vermeiden kann man dies durch überlegtes Handeln.

Die erste Frage bevor man ein Programm intensiver nutzt muss daher lautet: Wie und wo speichert es meine Daten. Speichert das Programm die Daten in einem Format, das nur dieses Programm verarbeiten kann (egal, ob das Programm Open Source oder das Format transparent spezifiziert ist) ist das schon mal schlecht. Gibt es zusätzlich keine Exportfunktion in eine plattformübergreifend verfügbare Variante (abhängig vom Programmtyp), nutzt man das Programm prinzipiell nicht. Das ist zum Beispiel der Grund weshalb ich niemals ein Dokumenten Management System nutzen würde. Selbst bei zigtausenden Dateien kann man noch mit einer klugen Ordnerstruktur arbeiten.

Sollte ein Programm unterschiedliche Speichermethoden anbieten muss man abwägen. DigiKam kann beispielsweise Metainformationen in die Dateien schreiben oder lediglich in der Datenbank speichern. Viele Apple Programm wie Fotos oder Musik (ehedem iTunes) können ebenfalls die verarbeiteten Dateien automatisch verwalten oder lediglich einlesen. Hier muss man dann abwägen wie viel Komfortverluste die dateibasierte (Informations-)Verwaltung bedeutet. Sind diese nicht exorbitant: Dateien selbst verwalten.

Datenabgleich zwischen verschiedenen Geräte sollte immer über freie Protokolle erledigt werden. Wer seine E-Mails mit IMAP synchronisiert, seinen Kalender mit CalDAV und seine Kontakte mit dem Pendant CardDAV abgleicht und auf die eigene Cloud notfalls mittels WebDAV zugreifen kann, muss keine Wechselprobleme fürchten. In dem Fall kann man sogar problemlos proprietäre Programme unter manchen Betriebssystemen verwenden. Die Daten werden dadurch in keinen Käfig eingesperrt.

Diese Liste ließe sich jetzt beliebig fortführen. Natürlich kann man nicht alle Reibungsverluste beim Wechsel zwischen verschiedenen Betriebssystemen vermeiden. Es wird immer dieses oder jenes Programm geben, das nur auf dem einen System läuft und auf das man nicht verzichten mag. Das kann einem aber auch beim Versionsupgrade innerhalb einer Betriebssystem-Gruppe passieren.

Wenn man aber ein bisschen umsichtig vorgeht, gibt es heute keine nennenswerten Lock-in Effekte mehr. Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Nicht zuletzt auch dank der viele unterschiedlichen Endgeräte, die wir heute mit uns herumtragen und die Softwareentwickler dazu animiert haben den Datenabgleich zu vereinfachen.


Bilder:
Einleitungs- und Beitragsbild von TeroVesalainen via pixabay

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Tags: Linux, Windows, macOS, Betriebssysteme, Goldener Käfig, Lock-in

Ergänzungen zum Artikel

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Malte
Oh ich fühle mich geehrt. Ein Text über den Lock in Effekt, nachdem ich zuvor in
einem Kommentar vom goldenen Käfig sprach.
Allerdings bin ich dir letztes Mal einer Erklärung schuldig geblieben. Das hole
ich jetzt nach.

IMO greift deine Definition des goldenen Käfig zu kurz. Der goldene Käfig, und
ich denke auch der Lock in Effekt sind im Kern ein Interessenkonflikt.

Die Synology vom letzten Text ist ein gutes Beispiel. Der Linux Kernel der
Synology ist auf eine ganz bestimmte Art gebaut und die lässt sich nicht ändern.
Wenn das Feature, dass du willst nicht da ist? Pech, musst eine teurere mit dem
Feature kaufen. Oder auch Apps die per ipkg installiert werden, sind nach einem
Versionsupgrade weg. Warum? Weil man nicht garantieren kann das sie gehen.

Unter Android wird das rooten einem auch immer schwerer gemacht. Manche Handys
sind die Ausnahme, aber Branchenprimus Samsung ist es ganz schlimm. Das
sideloading by Apple ist bekannter maßen quasi unmöglich. Natürlich nur aus
Sicherheitsgründen. Ein Schelm wer anders denkt. Die Signaturprüfung bei OSX ist
noch deaktivierbar. Wird das auch so bei den kommenden ARM basierten OSX laptops
sein?

Diese Strategie beschränkt sich nicht auf Software, sondern setzt sich auch auf
der Hardware Seite fort. Apple hat einen Vertrag mit Infinieon, der es Infineon
verbietet seine eigenen Chips an jemand anderes als Apple zu liefern. D.h.
Ersatzteile können nicht von 3. besorgt werden. Ich empfehle z.b. die aussagen
von Luis Rosman vor einigen Washingtoner Senatoren.

Vielleicht ist der Begriff goldener Käfig schlecht. Es ist eher der Konflikt
zwischen Freiheit und Sicherheit. Ich will die Freiheit allen Unsinn mit meinen
Geräten zu machen. Ich will mein altes Handy mit snapcast ausrüsten und zur
Musikwiedergabe am Klo an die Wand hängen. Leider wird es mir auch durch die Gleichgültigkeit anderer, die das nicht wollen, immer schwerer gemacht.

Gerrit
Das was du beschreibst ist aber nicht der Lock-in Effekt, sondern du kommst einfach nicht mit den Beschränkungen von Betriebssystem xyz klar.

Das gleiche kann dir auch mit z. B. Linux oder BSD passieren. Auch dort kann ich beispielsweise ja nicht die Synology Oberfläche installieren oder meinetwegen MS Office. Auch abseits solcher plakativer Beispiele muss ich in einem gewissen Rahmen den Linux-Vorgaben (respektive Distributionsvorgaben) folgen.

Malte
Der für mich entscheidende Punkt ist aber der Grund. In einem Fall sind die Beschränkungen künstlich. Der Hersteller ist der Meinung daß man XYZ nicht braucht und darum wird es verhindert, obwohl es möglich ist. Es wird sogar aktiv Geld investiert um XYZ zu verhindern.

Bei freien Systemen gibt es das nicht. Wenn es XYZ nicht gibt, dann weil es niemand gemacht hat.

Ben
Ohne jetzt selbst alles ausprobiert zu haben: bei digikam und kmymoney gibt es auch Versionen für andere Betriebssysteme wie Windows und mac. Und falls jemand Lust hat etwas zu portieren kann er das dank open source auch tun.

Apple steht meiner Meinung nach insbesondere in der Kritik nicht weil es die eigene Software nicht für andere Systeme gibt, sondern weil sie ihre eigene Software selbst öfteren schon im Funktionsumfang beschnitten (pages) oder eingestellt haben (Aperture) ohne adäquaten Ersatz zu bieten. In diesem falle ist man Apple, die wissen was der Nutzer zu brauchen hat, ziemlich ausgeliefert.

Bei open source Software gäbe es zumindest die Möglichkeit, dass ein Projekt geforkt oder wiederbelebt wird oder eine andere Software den spezifischen , offengelegten Dateityp unterstützt.

Apple empfinde ich persönlich als ziemlich aufdringlich. Warum kann ich eine word Datei nur mit 'speichern unter' in pages weiterhin als .doc speichern? Warum kann ich dateien nur über die cloud aufs iphone übertragen ?
Ist ja schön dass das dann in sich alles sähmig funktioniert, aber sobald ich einen anderen weg gehen will als apple mir vorgeschrieben hat, stehe ich vor der wand. Ich behaupte nicht dass dies bei Windows oder Linux nicht auch passieren, aber die Vergangenheit zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit geringer ist.

Als recht praktisches Dateiformat für Informationen haben sich übrigens Text files erwiesen (z.b. via emacs org mode, markdown etc.). Diese wird man auch in 100 Jahren noch öffnen können und auch die LaTeX files wird man so noch inhaltlich erfassen können (als Verweis zum LaTeX artikel).

Gerrit
Zitat :
bei digikam und kmymoney gibt es auch Versionen für andere Betriebssysteme wie Windows und mac.

Die bei meinem letzten Test mangels Entwickler- und Nutzerbasis ziemlich schlecht war.

Zitat :
Und falls jemand Lust hat etwas zu portieren kann er das dank open source auch tun.

Was nichts daran ändert, dass es gegenwärtig diese Lock-in Probleme bei Linux genau so gibt wie bei allen anderen Betriebssystemen.

Zitat :
In diesem falle ist man Apple, die wissen was der Nutzer zu brauchen hat, ziemlich ausgeliefert.

Man ist jeder Entwicklerfirma ausgeliefert, wenn diese ein einzigartiges Produkt anbietet. Auch unter Linux gibt es zentrale Projekte wie Thunderbird, wo wir alle ziemlich doof aus der Wäsche gucken würden.

Zitat :
Bei open source Software gäbe es zumindest die Möglichkeit, dass ein Projekt geforkt oder wiederbelebt wird

Was erstens sehr selten geschieht und zweitens (siehe das Beispiel TB eben) oft fast unmöglich ist, weil Projekte heute sehr komplex sind. Auch die ganzen Firefox-Forks hängen z. B. immer noch an der Mozilla-Codebasis.

Zitat :
oder eine andere Software den spezifischen , offengelegten Dateityp unterstützt.

Hier wird Open Source oft überschätzt. Viele Dateiformate - proprietär oder offen - sind nicht so komplex und viele Software bieten Im- und Exportfunktionalität zu verwandter proprietärer und quelloffener Software. Ist ein Format so richtig komplex, hilft auch keine Offenlegung. Siehe OOXML.

Zitat :
Apple empfinde ich persönlich als ziemlich aufdringlich. Warum kann ich eine word Datei nur mit 'speichern unter' in pages weiterhin als .doc speichern?

Du musst ja kein Pages nutzen. Siehe den Artikel oben. Genau das meinte ich.

Zitat :
Als recht praktisches Dateiformat für Informationen haben sich übrigens Text files erwiesen (z.b. via emacs org mode, markdown etc.). Diese wird man auch in 100 Jahren noch öffnen können und auch die LaTeX files wird man so noch inhaltlich erfassen können (als Verweis zum LaTeX artikel).

Was die Langzeitarchivierung von elektronischen Daten betrifft, helfen uns auch keine Textfiles. Den Aspekt kann man also getrost außen vor lassen, weil er ein vollständig separiertes Problem in die Diskussion holt. Es geht beim archivieren ja um mehr als nur die blanken Inhalte zu bewahren. Das ist ein Thema was mich ja auch beruflich sehr umtreibt.

Understater
Ich finde es falsch den Lock-in Effekt auf diese K-Software von KDE zu referenzieren. Zu den ganzen KDE Programmen gibt es Alternativen die man sowohl unter KDE wie auch anderen Linux Distros installieren kann. Kann man Thunderbird oder Libre-/Open-Office oder Gimp oder ... unter "Apple" installieren und verwenden? (Ich weiss das nicht.) Andersrum: kann ich die Apple-Äquivalente der o.g. Software unter Linux oder Windows verwenden?
Ich vermute: Nein! --> Das wäre dann "lock in".

@Ben: Ich liebe .txt Dokumentation! Bist du etwa auch schon so alt wie ich? (BJ > 1970)

Gerrit
Zuletzt bearbeitet am 31.01.2020 10:42 von Gerrit
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du verstanden hast was ein Lock-in Effekt ist?

Die KDE Software war ein Beispiel. Ich kann das gleiche auch mit z. B. GNOME, Evolution und Shotwell durch deklinieren.

Oder ich nutzte halt plattformübergreifend verfügbare Software wie z. B. Firefox, Thunderbird (das sicherlich unter Apple zahlenmäßig mehr Nutzer hat als alle Linux Distributionen zusammen), LibreOffice & Co. Weder Thunderbird, noch LibreOffice wurden übrigens "für Linux geschrieben". Sie "gehören" also nicht Linux, weshalb der Verweis auf Apple (oder Windows) Äquivalent mehr als hinkt.

Mit solchen plattformübergreifend zur Verfügung stehenden Programmen vermeide ich natürlich Lock-in Effekte. Das habe ich ja oben beschrieben. Das geht aber unter jedem System - dafür braucht man kein Linux.

Setsuna
Wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, dann bist du der Meinung, dass Lock-In sich nur vermeiden lässt, wenn ich ausschließlich Programme verwende, welche standardisierte und weit verbreitete Dateiformate zum Speichern von Information verwenden oder zumindest selbst auf sovielen Betriebssystemen laufen wie möglich.

Mit diesen Bedingungen wird es schwierig überhaupt Programme zu finden, mit denen auch gut genug gearbeitet werden kann. So ungefähr jedes proprietäre Programm bringt sein eigenes, geschlossenes Dateiformat mit, welche per default verwendet wird und der Nachbau solcher Formate in offenen Programmen ist teils nur Eingeschränkt verfügbar. ODF vs. OOXML ist hier ein Beispiel.

In meinem Fachbereich, Raumplanung, ist z.B. der Default wenn Pläne gezeichnet werden sollen AutoCAD, welches DWG-Dateien schreibt. Diese lassen sich, wegen der Inkompatibilität von GPLv2 und GPLv3 nicht von Programmen öffnen, welche unter der GPLv2 lizensiert sind. Ganz davon abgesehen, dass die Landschaft der freien CAD-Programme in der Nutzbarkeit stark hinter AutoCAD zurückhinkt.

Ich kann "ausbrechen", indem ich den Plan durch einen PDF-Drucker jage und Inkscape zum öffnen und weiter bearbeiten des Planes verwende. Für den Austausch untereinander ist das höchst unpraktikabel.

Das entspricht wieder deinem Beispiel von "dem einen Programm", welches umbedingt genutzt werden will/muss. Der Lock-In passiert in diesem Fall über die Gruppe. ALLE verwenden dieses Dateiformat. Wenn du Teil der Gruppe sein willst (also professionell Pläne erzeugen und Verteilen), dann musst du mit denselben Werkzeugen arbeiten.

Ich arbeite persönlich ausschließlich mit Linux. Für AutoCAD habe ich eine eigene virtuelle Maschine laufen, welche nur für dieses Programm genutzt wird.

Ich denke, der mit technischen Maßnahmen forcierte Gruppendruck, welchen eine populäre Anwendung erzeugen kann, ist ein wichtiger Aspekt beim Thema Lock-In. Und dieser geht in der Regel von proprietären Programmen aus und so gut wie nicht von KDE und GNOME.

Ansonsten kann ich dir im Großen und Ganzen zustimmen.
Setsuna

Gerrit
Zitat :
Wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, dann bist du der Meinung, dass Lock-In sich nur vermeiden lässt, wenn ich ausschließlich Programme verwende, welche standardisierte und weit verbreitete Dateiformate zum Speichern von Information verwenden oder zumindest selbst auf sovielen Betriebssystemen laufen wie möglich.

Im Extremfall schon, aber ich schrieb ja bereits, dass sich das sicherlich nicht zu 100% umsetzen lässt. Je mehr man sich daran hält, desto geringer sind aber die Probleme bei Betriebssystemwechseln.

Zitat :
Das entspricht wieder deinem Beispiel von "dem einen Programm", welches umbedingt genutzt werden will/muss. Der Lock-In passiert in diesem Fall über die Gruppe. ALLE verwenden dieses Dateiformat. Wenn du Teil der Gruppe sein willst (also professionell Pläne erzeugen und Verteilen), dann musst du mit denselben Werkzeugen arbeiten.

Das ist dann aber ein berufsbezogener Lock-in Effekt. Den gibt es in jeder Branche. Ich könnte auch gegenwärtig unter gar keinen Umständen auf Windows verzichten.

Branchenbezogene Einschränkungen sind aber etwas anderes als das was ich als Lock-in Effekt bezeichnen würde. Wenn es zu meinen genutzten Programmen gar kein Pendant gibt kann ich nicht wechseln. Lock-in Effekt wäre meiner Meinung nach wenn es zwei gleichwertige Programme gibt, aber die Migration durch Inkompatibilitäten unmöglich gemacht wird.

Setsuna
In diesem Fall sind die zwei gleichwertigen Programme z.B. eine Linux-Distro und eine Windows-Version. Die Inkompatibilität ergibt sich durch eine Drittanbieter-Software, welche wegen fehlendem Gegenstück keine Migration zulässt.

Mein Punkt (den ich wohl ein bisschen unkonkret gelassen habe) ist, dass Lock-In sich auch auf einer Meta-Ebene abspielen kann, welche nicht direkt mit dem Betriebssystem zu tun hat.

Michael
Danke, für den informativen Artikel.

Zitat :
Lock-in Effekt bei Apple Produkten. Diese urban myth...


Da ich diesen "urban myth" selbst erlebt habe (und somit nicht als "Myth" bezeichnen würde), ein paar nette Beispiele, wo man trotz vermeintlich offener Schnittstellen scheitern kann:

  • IMAP und Apple Mail: Apple hat die Eigenschaft gehabt, dass man die Notizen im IMAP-Postfach unterbringen kann (statt in per CalDAV oder WebDAV, wie es andere machen). Daraufhin hat man in anderen Mail-Programm nette Verzeichnisse mit Notizen, die aber - abseits des Mail-Programms - nicht weiter verarbeitet werden können. Weiterhin hat es Apple erlaubt, mehrere Verzeichnisebenen im IMAP anzulegen, die andere IMAP-fähigen Programme durcheinanderbringen (können) und einen Zugriff verweigern.
  • CardDAV/: den ersten CardDAV-Server hatte ich unter Apple MacOS X Server betrieben. Apple erlaubt(e) es, unterschiedliche Adressbücher in einem Account abzulegen. Dies war nicht mit anderen Programmen so vereinbar.
  • CalDAV: ich synce die Kalender mit unterschiedlichen Kalenderprogrammen, was nicht selten zu erheblichen Fehlern (bis hin zu korrupten Datensätzen) führt.


Auch wenn ich gern die positiven Aussage

Zitat :
Wenn man aber ein bisschen umsichtig vorgeht, gibt es heute keine nennenswerten Lock-in Effekte mehr. Diese Zeiten sind schon lange vorbei.


unterstützen möchte, so liegt der Teufel im Detail. Genauso wenig wie es - abseits von LaTeX, wenn man die unterschiedlichen Implementationen als solche betrachtet - kein Dokumentenformat gibt, welches verlustfrei zwischen unterschiedlichen Programmen austauschen kann. ODF funktioniert sauber unter LibreOffice, DOCx unter MS Word und TMDx unter Textmaker. Ein Hin- und Her-Konvertieren führt nur zu einem Datenverlust. Hier können nur Programme helfen, die auf dem jeweils anderem Betriebssystem laufen (mit den Nachteilen der Integration in proprietären Betriebssystemen).

Und das gleiche gilt bei Betriebssystemen. Man kann und sollte darauf achten, dass die Daten, die man behalten möchte, in archivfähige Datenformate zu speichern (also eigentlich alles, was standardisiert, offen und möglichst unabhängig von einer Programmversion und Betriebssystem ist). Alles andere muss man bei einem Wechsel des Betriebssystems (oder gar einer Anwendung) als möglichen Verlust ansehen. Wenn man bspw. das Standard-Textverarbeitungsdateiformat DOC verwendet, aber die Schriften nicht eingebunden hat, hat man verloren. Besser ist ein Format, welches unabhängig vom Betriebssystem die Schriften einbindet bzw. einbinden kann (bspw. PDF).

Schon einmal versucht, die Filterregeln beim E-Mail-Programm mitzunehmen? Oder die Bearbeitungsschritte bei der Bildbearbeitung? Schon die Tags eines Bildes sind nicht immer portabel - hier ist u.a. EXIF nicht gerade umfassend genug. Oder die schön geordnete Filmsammlung - hier fehlt mir eine Speicherung der Filmdaten in den jeweiligen Formaten, die dann von den Programmen gelesen werden können. In Teufelsküche kommt man, wenn auch noch die Zeichensätze unterschiedlich sind...

Es steckt viel Arbeit häufig in diesen Metadaten, die nur selten einwandfrei mitgenommen werden können. Standardisierung ist eine Sache, die Umsetzung in den Programmen meistens eine andere (und viel traurigere). Und mit der Nutzung von WebDAV & Co. inkl. IMAP ist es bei weitem nicht getan.

Gerrit
Zitat :
IMAP und Apple Mail: Apple hat die Eigenschaft gehabt, dass man die Notizen im IMAP-Postfach unterbringen kann

Sorry aber das ist schlimmstensfalls nervig, aber mehr nicht. Outlook legt überall einen Junk E-Mail Ordner an. Das hindert einen ja nicht am Wechsel.

Zitat :
CardDAV/: den ersten CardDAV-Server hatte ich unter Apple MacOS X Server betrieben.

Es gibt keinen macOS Server mehr!

Zitat :
CalDAV: ich synce die Kalender mit unterschiedlichen Kalenderprogrammen, was nicht selten zu erheblichen Fehlern (bis hin zu korrupten Datensätzen) führt.

Das kann ich erstens nicht nachvollziehen (Apple Kalender, Kontact, iPhone, Android davx5) und zweitens muss man dann genau gucken wo das Problem liegt.

Zitat :
Ein Hin- und Her-Konvertieren führt nur zu einem Datenverlust.

Wer spricht von ständigem Hin- und Her-konvertieren? Man nutzt einfach ein Programm, dass auf allen Systemen nativ läuft oder ein Format, das überall ordnungsgemäß verarbeitet werden kann.

Aber um mal von den ganzen Einzelfällen weg zu kommen:

Das was du alles beschreibst ist sicherlich nervig, aber es sind Probleme, die auch innerhalb eines Betriebssystems auftreten können. Z.B. durch eingestellte Programme oder Brüche in der Entwicklung. Du vermengst also unterschiedliche Probleme (Lock-in Effekt und Probleme durch fortwährende Entwicklung).

Michael
Zuletzt bearbeitet am 01.02.2020 09:01 von Gerrit
P.S.

Zitat :
Gemeint ist da der vermeintlich besonders hohe Lock-in Effekt bei Apple Produkten. Diese urban myth wird allerdings auch nicht wahrer, wenn man sie häufig wiederholt.


Zitat :
Gemeint ist da der vermeintlich besonders hohe Lock-in Effekt bei Apple Produkten. Diese urban myth wird allerdings auch nicht wahrer, wenn man sie häufig wiederholt.


Pardon, nachdem ich durch Zufall doch noch den Wikipedia-Artikel aufgerufen habe und dort folgendes steht

Zitat :
wegen entstehender Wechselkosten und sonstiger Wechselbarrieren erschwert, das Produkt oder den Anbieter zu wechseln.


..muss ich - Pardon - Deine Aussage oben als "groben Unfug" auslegen. Beim nachfolgenden gehe ich davon aus, dass man das Apple-Gerät als solches verwendet, wie es der Hersteller auch gedacht hat (also nicht von einer IT-affinen Person, als welche ich Dich vermute). Der wirtschaftliche Schade bei einem Wechsel von Apple macOS zu irgendetwas anderem ist folgender:

  • Sämtliche Software (Lizenzen) kann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht unter einem anderen Betriebssystem weiterverwendet werden. Insbesondere ist alles, was man im Apple-Store an Software gekauft hat, verloren. Die Apple-Software darf aus lizenzrechtlichen Gründen nicht auf einem anderen Gerät weiterbetrieben werden, auch wenn man es zum Laufen bringen würde (Stichwort: Hackintosh, macOS auf einem X220).
  • Gleiches gilt für alles, was man im iTunes-Store an Filmen, Bücher etc. gekauft hat. Die einzige Ausnahme ist Musik, sofern man sie selbstständig in MP3 konvertiert hat. (Also ein reines Kopieren der Librarys hilft nicht).
  • Alle Metainformationen und Bearbeitungsschritte in Fotos, iMovie etc. sind verloren. Gleiches gilt für die Loops in Garageband. Die Daten müssen in ein anderes Format gespeichert werden (aber eben als Endprodukt).
  • Sofern die Daten nicht explizit in DOC, XLS etc. gespeichert wurden, sind diese sowie die nicht kompatible zu speichernden Bearbeitungszustände in Pages, Numbers und Keynote verloren. Beispiele sind Kommentare und Markierungen im Text, die meines Wissens nicht in DOC, XLS etc. gespeichert werden.
  • Sofern die Daten nicht - wie von Dir korrekt vorgeschlagen - auf einen IMAP, CalDAV, CardDAV-Server hochgeladen wurden, sind Kalender, Adresse und Mails nicht in einem anderen Programm korrekt einlesbar (wobei ich meine, dann der Kalender ics kann und das Adressbuch .ldif, wobei letzteres sehr stark von dem korrekten Schema abhängt).



Ich weiß also ehrlich nicht, wieso Du meinst, dass Apple kein besonders hohen Lock-In-Effekt betreibt. Man muss die Benutzung seines Apple-Geräts ganz schön abseits von der Apple-Herrlichkeit betreiben, um nicht in die Falle zu tappen. Das kann man aber nur von einem IT-affinen erwarten.

Gerrit
Zitat :
Beim nachfolgenden gehe ich davon aus, dass man das Apple-Gerät als solches verwendet, wie es der Hersteller auch gedacht hat (also nicht von einer IT-affinen Person, als welche ich Dich vermute).

Das ist deinerseits grober Unfug. Du legst eine einzige Benutzungsweise, die weder verbindlich, noch erzwungen wird, zum "normalen Verhalten" fest und baust davon ausgehend ein Argumentationsszenario auf, das deinen angeblich hohen Lock-in Effekt belegen soll. Genau ein solches Verhalten habe ich ja oben zum Problem erklärt und man kann dieses Verhalten nahezu genau so unter Linux reproduzieren, mit dem gleichen nachteiligen Effekt.

Michael
Zitat :
Du legst eine einzige Benutzungsweise, die weder verbindlich, noch erzwungen wird, zum "normalen Verhalten" fest und baust davon ausgehend ein Argumentationsszenario auf, das deinen angeblich hohen Lock-in Effekt belegen soll.


Ja, da tue ich, da es das ist, was ich bei den normalen Benutzer sehe. Genauer: mit Ausnahme von IT-affinen kenne ich niemanden, der ein Apple-Gerät hat, ohne Apple-Software zu nutzen. Da es um den Lock-In-Effekt von Apple geht, wäre dies wohl auch ein offensichtlicher Widerspruch. Wenn ich nur die Hardware (bei dem es auch einen Lock-In-Effekt gibt, aber das ist ein anderes Thema) und macOS in Rohform nutze, was ist dann das Argument für die höheren Kosten? Ist es eben nicht das ausgefeilte Bediensystem über die einzelnen Anwendungen hinweg? Führt es nicht zu einer Selbstkasteiung, wenn ich die ganze Zeit von Apple vorgesehenen Wege nicht verwende? Es ist eben am einfachsten, die Bilder vom iPhone entweder über iTunes oder iCloud in Fotos zu bringen. Alles andere geht, ist aber umständlicher.

Ich stimme Dir zu, dass man macOS wie jedes andere Betriebssystem so verwenden kann, dass man danach grundsätzlich seine Daten behält. Aber das Apple in den Produkten kein Lock-In betreibt, ist - wie ich oben deutlich gemacht habe - Unsinn. Ansonsten kann ich nur schreiben "Hic Rhodos, hic salta.": wie bekomme ich die gekauften oder erstellten iBooks in einem anderen Programm gelesen? Wie kann ich ein iMovie-Projekt in einem anderen Programm weiterbearbeiten? Wie bekomme ich die mühevolle Zuordnung der Gesichter und Einkategorisierung in Fotos in ein anderes Produkt?

Natürlich ging es Dir nur um die Endprodukte (Bilder, fertige Filme, Dokumente etc.). Aber ist dieses Szenario wirklich realistisch? Wer nutzt seinen Rechner nur mit den Endergebnissen und ohne eine Ordnung über das Dateisystem hinaus zu erzeugen? Natürlich kann ich meine Fotos auch mit GraphicConverter verwalten, aber ist das ein "normal"? (Ich habe es am Ende so gemacht, als ich den Wechsel von MacOS zu Linux vorbereitete. Dabei habe ich aus der iPhoto-Library die Original-Bilder herausgezogen, um wenigstens einen korrekten Time-Stamp, der von manchen Programmen zur Sortierung genutzt wird, zu haben.)

Zitat :
Genau ein solches Verhalten habe ich ja oben zum Problem erklärt und man kann dieses Verhalten nahezu genau so unter Linux reproduzieren, mit dem gleichen nachteiligen Effekt.


Dass man auch unter Linux Lock-In-Effekte erzeugen kann, habe ich nicht widersprochen. Im Gegensatz zu Apple - und das war mein Punkt - sind keine wirtschaftlichen Einbußen zu erwarten. Jedenfalls ist mir kein Store bekannt, der ausschließlich Produkte für Linux heraus gibt (eher im Gegenteil). Die Lizenzen der von mir gekauften Software kann ich im allgemeinen auch unter Windows und macOS weiterverwenden. Die noch nicht zuende bearbeiteten Dokumente unter LibreOffice und Softmaker kann ich unter macOS und Windows weiter bearbeiten.

Bei allem ging es mir nur um Deine kräftige Aussage:

Zitat :
"Gemeint ist da der vermeintlich besonders hohe Lock-in Effekt bei Apple Produkten. Diese urban myth wird allerdings auch nicht wahrer, wenn man sie häufig wiederholt."


Ich kann weder in Deinem Blog-Eintrag noch in Deiner Antwort auf meine Kommentare ein Bestätigung finden, dass es ein "urban myth" ist, dass Apple in seinen Produkten ein hohes Hersteller-Lock-In betreibt. Meines Wissens ist eben dieses Lock-In immer wieder ein Thema in den verschiedenen Anklagen (bspw. Monopolstellung des AppStores, Apples Weigerung eines produktunabhängigen Ladekabels, kein Anspruch einer Reparatur von unabhängigen Firmen (du bist auf Apple angewiesen), früher: Nutzung von speziellen RAM-Modulen sowie keiner fremden SSDs, man sollte diese Erweiterungen von Apple kaufen uvm.)

Nun bin ich neugierig, warum Du glaubst, dass es ein urban myth ist, dass Apples Produkte ein Lock-In-Effekt hätten. Hic Rhodos, hic salta!

Gerrit
Zitat :
mit Ausnahme von IT-affinen kenne ich niemanden, der ein Apple-Gerät hat, ohne Apple-Software zu nutzen.

Kannst du ja auch, so lange ein Datentransfer etc. gewährleistet ist. Womit ich meine Dateien öffne, MP3s abspiele oder Kontakte verwalte ist ja egal. Ich kann ja sogar den iTunes Store nutzen, weil die dort gekauften Dateien problemlos unter Windows, Linux und Android abspielbar sind.

Zitat :
Wer nutzt seinen Rechner nur mit den Endergebnissen und ohne eine Ordnung über das Dateisystem hinaus zu erzeugen?

Was meinst du? Tags im Finder? Meiner Erfahrung nach nutzen die meisten noch nicht mal die Ordnungsmöglichkeit mittels Ordner, geschweige denn etwas anderes.

Zitat :
Im Gegensatz zu Apple - und das war mein Punkt - sind keine wirtschaftlichen Einbußen zu erwarten.

Ich kann auch unter Linux CrossOver, Softmaker oder Steam Lizenzen erwerben. Habe ich da etwa keine Einbußen? Was ist mit meinen Spenden an OSS Projekte, von deren Fortentwicklung ich dann nicht mehr profitiere?

Also nein: Das Apple Lock-in geht nicht über jenes hinaus, dass bei entsprechender Benutzungsweise unter jedem anderen System entsteht - und sich ebenso vermeiden lässt.

Michael
Zitat :
Ich kann ja sogar den iTunes Store nutzen, weil die dort gekauften Dateien problemlos unter Windows, Linux und Android abspielbar sind.


Das würde mich interessieren, wie das unter Linux geht. Meine bisherigen Erfahrungen war eine veraltete Version unter Wine, was eher schlecht funktionierte. Meine Inhalte kann ich nur über das (gejailbreakte) Apple TV-Gerät sehen. Ich bin recht glücklich, dass es kaum eine nennenswerte Anzahl ist. Die (wenigen gekauften) iBooks lassen sich nur mit den Apple-Geräten öffnen.

Es würde mich also sehr interessieren, wie der Zugriff funktioniert.

Zitat :
Was meinst du? Tags im Finder?


Nein, hier meine ich gerade nicht das Dateisystem sondern die Ordnung, die man sich mit Fotos schafft. Nur ein geringer Teil der Ordnung wird in der EXIF-Erweiterung gespeichert. Meines Wissens bei iPhoto und Fotos gar nicht. Somit gehen zusätzliche Informationen wie bspw. Bewertung des Fotos, Zuordnung von Gesichter, manches Mal auch weitere Ordnungskriterien verloren, wenn man nicht die Infos aus der Library lesen kann.

Zitat :
Meiner Erfahrung nach nutzen die meisten noch nicht mal die Ordnungsmöglichkeit mittels Ordner, geschweige denn etwas anderes.


Bei welche die Fotos nutzen, kenne ich viele, die das dortige Ordnungssystem nutzen.

Zitat :
Ich kann auch unter Linux CrossOver, Softmaker oder Steam Lizenzen erwerben.


Ja. Die Lizenzen von CrossOver und Softmaker lassen sich auch unter macOS und - naja nur bei Softmaker sinnvoll - auch Windows nutzen.

Zitat :
Was ist mit meinen Spenden an OSS Projekte,


Spenden sind an keinen (direkten) Zweck gebunden, ansonsten sind es keine Spenden.

Zitat :
Das Apple Lock-in geht nicht über jenes hinaus, dass bei entsprechender Benutzungsweise unter jedem anderen System entsteht - und sich ebenso vermeiden lässt.


Es wäre zur Überzeugung recht praktisch, wenn Du auf die einzelnen Punkte der Apple-Software (gerne auch -Hardware - ich bringen nur das Tastatur-Layout zur Sprache!) eingehen würdest. Ich kann es aber auch nachvollziehen, wenn es für Dich einfach so ist. Aber dann ist es eben kein "urban myth" sondern eine reine eigene Sicht.

Gerrit
Zuletzt bearbeitet am 02.02.2020 22:56 von Gerrit
Zitat :
Das würde mich interessieren, wie das unter Linux geht. Meine bisherigen Erfahrungen war eine veraltete Version unter Wine, was eher schlecht funktionierte. Meine Inhalte kann ich nur über das (gejailbreakte) Apple TV-Gerät sehen. Ich bin recht glücklich, dass es kaum eine nennenswerte Anzahl ist. Die (wenigen gekauften) iBooks lassen sich nur mit den Apple-Geräten öffnen.

Deine Erfahrungen scheinen aus grauer Vorzeit zu stammen? Ich habe mal gelesen, dass es vor vielen, vielen Jahren (10 oder so?) da mal Probleme gab. Also quasi in den Anfängen des digitalen Medienkonsums, als die meisten Linux-Distributionen da noch gar nichts konnten. Die Dateien haben bereits seit sehr langer Zeit keinen DRM-Schutz und sind daher mit entsprechenden Codecs (gstreamer reicht) auf jedem Gerät abspielbar.

Zitat :
Nein, hier meine ich gerade nicht das Dateisystem sondern die Ordnung, die man sich mit Fotos schafft. Nur ein geringer Teil der Ordnung wird in der EXIF-Erweiterung gespeichert. Meines Wissens bei iPhoto und Fotos gar nicht. Somit gehen zusätzliche Informationen wie bspw. Bewertung des Fotos, Zuordnung von Gesichter, manches Mal auch weitere Ordnungskriterien verloren, wenn man nicht die Infos aus der Library lesen kann.

Das liegt aber nicht an Apple oder macOS sondern an der unzureichenden Leistungsfähigkeit der Metadaten. Mit DigiKam (um die Parademöglichkeit der Open Source-Welt zu nennen) läuft man in das gleiche Problem.

Zitat :
Ja. Die Lizenzen von CrossOver und Softmaker lassen sich auch unter macOS und - naja nur bei Softmaker sinnvoll - auch Windows nutzen.

Nein, die Lizenzen sind an den gewählten Betriebssystem-Typ gebunden.

Zitat :
Spenden sind an keinen (direkten) Zweck gebunden, ansonsten sind es keine Spenden.

Das ist deine Einschätzung. Ich sehe in Spenden meinen Beitrag zur Fortentwicklung der Software. Mit dem gleichen Ziel kaufe ich Lizenzen.

Zitat :
Es wäre zur Überzeugung recht praktisch, wenn Du auf die einzelnen Punkte der Apple-Software (gerne auch -Hardware - ich bringen nur das Tastatur-Layout zur Sprache!) eingehen würdest.

Man kann (und ich habe viele, viele Jahre) eine Apple-Tastatur problemlos unter Windows und Linux verwenden. Umgekehrt kann man jede Tastatur mit macOS verwenden. Jede Linux-Distribution bietet das Macintosh-Layout als Konfigurationsrichtlinie an. Das ist jetzt wirklich ein an den Haaren herbei gezogenes Argument.

Michael
Zitat :
Die Dateien haben bereits seit sehr langer Zeit keinen DRM-Schutz und sind daher mit entsprechenden Codecs (gstreamer reicht) auf jedem Gerät abspielbar.


Nun, einen der wenigen Filme habe ich aktuell noch einmal geladen und versucht unter Linux abzuspielen. Die Meldung war, dass die Datei verschlüsselt ist (also DRM-Schutz hat). Mir ist auch nicht bekannt, dass - abseits der Musik-Dateien - sich hier etwas geändert haben könnte. Die Filmindustrie ist sehr stark dabei, den Schutz aufrechtzuerhalten. Aber vielleicht bin ich da schlecht informiert. Bevor ich den Kommentar eingegeben habe, hatte ich noch einmal kurz recherchiert. Die mir er-google-ten Seiten erweckten den Eindruck, dass die Filme aus dem iTunes-Store weiterhin nur auf iDevices gesehen werden können. Dies war auch mein letzter Stand zur Lizenzierung im iTunes-Store.

Bei den Büchern bezweifel ich auch, dass sich innerhalb von Deutschland sich etwas groß verändert hat. Selbst Google bietet aktuell nur Adobe-DRM-geschütze Bücher an, die an anderer Stelle ohne DRM-Schutz angeboten wird. Aber vielleicht ist auch hier Apple Vorreiter, da ich tatsächlich nach anfänglichen ernüchternden Versuchen es nicht weiter genutzt habe. Die zwei Bücher sehe ich als verloren an und plane auch keinen erneuten Versuch.

Zitat :
Nein, die Lizenzen sind an den gewählten Betriebssystem-Typ gebunden.


Bei Softmaker und Crossover habe ich andere Erfahrungen gemacht (bei Codeweavers auch explizit nachgefragt). Vielleicht war dies bei beiden auch nur Kulanz.

[Apple-Tastatur]

Zitat :
Das ist jetzt wirklich ein an den Haaren herbei gezogenes Argument.


Eher Erfahrung... Du willst nicht unter Linux mit einer Apple-Tastatur arbeiten (und das Einrichten macht auch keinen Spaß). Und Du willst noch weniger zwischen einer PC-Tastatur und Apple-Tastatur ständig wechseln müssen. Es reicht mir die Anzahl an zwangsweise geschlossenen Programmen unter macOS, wenn ich ein @-Zeichen einfügen will. Die Apple-Tastatur (insbesondere die deutsche für Entwickler) hat eine Sonderstellung.

Gerrit
Zu den Medien: Mit eBooks habe ich keine Erfahrung. Gekaufte Musik und gekaufte Filme lassen sich - entsprechende Codecs vorausgesetzt - auch unter anderen Systemen abspielen. Dass man unter Linux Codecs nachinstallieren muss ist aber nun wirklich keine neue Erkenntnis.

Zitat :
Eher Erfahrung... Du willst nicht unter Linux mit einer Apple-Tastatur arbeiten (und das Einrichten macht auch keinen Spaß).

Aha. Ich empfinde die einmalige Auswahl eines anderen Layouts bei der Einrichtung (oder Installation sofern da schon vorhanden) per Dropdown-Menü nun wirklich nicht als Herausforderung.

Michael
Zitat :
gekaufte Filme lassen sich - entsprechende Codecs vorausgesetzt - auch unter anderen Systemen abspielen. Dass man unter Linux Codecs nachinstallieren muss ist aber nun wirklich keine neue Erkenntnis.


O.k. also habe ich noch einmal einen gekauften Film mit unter macOS Catalina 10.15.3 mit TV 1.0.3.1 geladen, auf ein Ubuntu 18.04.4 kopiert, alle Codecs überprüft (es haben keine üblicherweise nachzuladenden gefehlt - sorry, ich bin kein Neuling) und mit drei unterschiedlichen Programme xine, video und vlc anzuschauen versucht. Es geht nicht. Die Meldung ist auch recht eindeutig bei xine: DRM geschützte Datei. Daraufhin habe ich unter Hilfe -> "Über TV & Datenschutz" nachgeschaut. Dort steht recht deutlich:

Apple verwendet die Seriennummer deines Geräts, um deine Berechtigung für angebotene Dienste zu prüfen [...] (neben weiteren Feinheiten im Bereich Datenschutz)

Über Apple Support (ebenfalls über das Catalina-Gerät) konnte ich auch keine Hinweis finden, dass eine Nutzung abseits der Apple-Geräte vorgesehen ist. Dass logischerweise auch keine Export-Funktion, Hinweis auf die Lokalisation der Datei im Dateisystem vorhanden ist, ist natürlich klar.

Aber vielleicht hast Du in Deinem Fundus einen Hinweis, welcher Codec fehlen könnte?

Gerrit
Nein kann ich leider nicht, weil ich das Problem absolut nicht nachstellen kann. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass Apple hier unterschiedliche Wege bei unterschiedlichen Filmtypen (Musikvideos, Serien, Filme) bzw. unterschiedlichen Qualitäten (SD, HD) geht.

Unabhängig davon ist auch das kein Argument, weil Apple dich ja nicht zwingt unter macOS Filme bei Apple zu kaufen. Zwingen würde es dich, wenn alternative Abspielmöglichkeiten nicht existieren würden.

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