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Homeserver / NAS - Die Qual der Wahl

Vor einigen Wochen gab mein Homeserver endgültig den Dienst auf. Eine Reparatur ist zwar möglich aber da fast alle elementaren Bestandteile an die 10 Jahre alt sind und die Energieeffizienz bestenfalls durchwachsen ist habe ich mich für eine Neuanschaffung entschieden. Klassische Homeserver gibt es allerdings kaum noch, daher geht die Tendenz in Richtung NAS. Nur ist auch hier die Auswahl groß.

Mein Anforderungsprofil ist ziemlich gewöhnlich. Neben der obligatorischen Funktion als Datengrab und Sicherungsziel für meinen Mac (beides SMB) sollte das Gerät genug Leistungsreserven haben um den ein oder anderen Dienst - z. B. TT-RSS, Nextcloud oder Äquivalente - zu betreiben. Vom Speicherplatz reichen mir zwei Festplatten im RAID 1 Verbund. Problematisch ist eher das Budget, denn ohne Festplatten möchte ich nicht mehr als 250 - 300 € ausgeben.

Neben NAS-Eigenbaulösungen (die Gehäuse haben leider einen unterirdischen WAF) kommen noch proprietäre Lösungen von QNAP und Synology in Frage. Eigenbau-Lösungen befriedigen zwar den Tüftler in mir, aber freie Zeit hat man mit zunehmendem Alter leider immer weniger und die Testberichte für Synology lesen sich gut.

Konkret kämen wohl in Frage Synology DiskStation DS218 (ohne j, + oder play) oder QNAP Systems TS-231P2.

So richtig entschieden habe ich mich aber noch nicht, weil proprietäre Lösungen (wenn auch auf Linux-Basis) in einem Bereich in dem Linux so gut aufgestellt ist irgendwie einen schalen Beigeschmack haben.

Daher meine Frage: Was setzt ihr denn so zu Hause als NAS bzw. Homeserver ein?


Bilder:

Einleitungs- und Beitragsbild von FreePhotosART via pixabay

Tags: NAS, Home Server

Ergänzungen zum Artikel

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Markus
Hi
Ich habe das Gehäuse, was auch den waf bei mir erfüllt ;)
https://www.fractal-design.com/products/cases/node/node-304/black/

Dazu das Mainboard j4205 mit einbauten Prozessor.
Vielleicht ist das ja was für dich.

Gerrit
Mit dem Gehäuse hatte ich auch schon geliebäugelt. Eigentlich eines der ganz wenigen NAS-Gehäuse für Selbstbaulösungen, die überhaupt in Frage kämen.
robert
Ich nutze einen HP Microserver Gen8 mit FreeNas. Sehr zu empfehlen

https://www.ebay.de/itm/HP-ProLiant-MicroServer-Gen8-Intel-Xeon-E3-1245v2-16-GB-ECC-RAM/312729162214?hash=item48d01c51e6:g:9G4AAOSw0uVdUCrw

mit ein wenig geduld solltest du was passendes bei ebay finden.

Gerrit
Von der Leistung her interessant, aber für meinen Bedarf vermutlich zu viel und den Energiebedarf muss man schließlich auch berücksichtigen.
Rolf
Eine "Zotac ZBOX PRO CI329 nano" mit Ubuntu 18.04 LTS (RAM und SSD/Festplatte nach belieben, letzteres ggf. extern per USB). geräuschlos und stabiles, Wärme ableitendes Gehäuse
Der Celeron N4100 bietet ungefähr die gleiche Leistung wie ein ca. 10 Jahre alter Desktop-Quadcore, allerdings benötigt sie dafür nur 6 Watt statt wie damals etwa 100 Watt.
Nextcloud läuft gut.

tictoc
Nach 5 Jahren Qnap kann ich nur sagen finger weg wenn es mehr als Datengrab sein soll. Zwar lassen sich Dienste wie Nextcloud und co installieren aber die Qnap Repos sind hoffnungslos vergammelt. Des weiteren ist das von Qnap eingesetzte Linux so verbogen(SSH z.B.) mittlerweile das ich dem sicherheitstechnisch nicht trauen würde.
Gerrit
Danke für deine Anmerkung. Das würde natürlich QNAP komplett aus dem Rennen nehmen.
Jonas
Hallo,
ich verwende einen NUC mit USB-Festplatte.
Der Intel 4005u reicht für Nextcloud, Seafile u.a. mit 10 Benutzern.
Ich habe kein Raid und würde keines über USB machen aber ich mache regelmäßig Backups.
Vielleicht helfen dir die drei Einträge dieser Reihe: https://blog.linuxserver.io/2019/07/16/perfect-media-server-2019/

Neisinger
Ich habe ein simples Synology DS410j mit aktuell 2/4 Platten (3,7TB Kapazität). Demnächst wird eine dritte Platte einziehen und damit die Kapazität auf knapp 8TB erhöhen. Die Rechenleistung der 9 Jahre alten Kiste reicht mir, da sie bei mir nur als Datengrab dient.
Thomas S.
Ich verwende einen UpSquared mit Festplatte über eSata. Allerdings nicht im RAID. Sicherungen täglich extern verschlüsselt über Borgbackup und von Zeit zu Zeit im LAN eine Spiegelung auf einen zweiten Rechner (rsync).

Dienste:
Smb
Kodi-Mediencenter
Borgbackup
Kleine lokale Webseite
Pihole DNS-Blocker

AlexH
Nachdem ich bei uns in der Firma gesehen habe wie bitterlich sich ein Verschlüsselungstrojaner verbreitet, habe ich auch daheim meine Strategie geändert.
Ich betreibe nun x86-Miniserver in der dritten Generation. Denn alle Raspberries und Billig-NAS-Systeme haben mich nicht umgehauen. Die Raspys sind zu langsam, wenn man mysql oder Postgres braucht, die fertigen NAS-Systeme zu unflexiblel bei eigenen Anwendungen.
Meine aktuelle Hardware
Platten: HD 500 GB SATA-600 2,5-Zoll
RAM: Kingston Value 2 x 4 GByte SO-Dimm DDR3
Gehäuse: Chieftec UNI Series BT-02B - Mini-ITX
Netzteil: PicoPSU 80 Watt (28 EUR)
Mainboard: ASRock Q1900B-ITX inkl. Intel® Celeron® J1900 (passiv gekühlt)
Stromverbrauch: Leerlauf 11 Watt, Vollast 19 Watt.
Leerlauf Temperatur: 44 Grad, max 49 Grad
Die 2,5er Platten sind etwa 20MB/sec langsamer als 3,5er Platten, aber leiser und stromsparender.


Als OS nutze ich derzeit Xubuntu 18.04, wobei ich die GUI nicht brauche. Kostet nur CPU und somit Strom. OS per "powertop" auf Sparen getrimmt, meiste Zeit C6 und C7 Modi der Cores.
Die Zwei Platten betreibe ich nicht mehr im RAID, sondern ich habe eine Frontplatte, dort komme ich per Samba drauf, und eine Back-Platte, dort komme ich übers Netz gar nicht drauf.
Ich erstelle per rsnapshot täglich Daten und Config-Historien von der Front auf die Back-Platte. So kann ich bei Verschlüsselungstrojaner beliebig Historien per ssh-Zugriff zurück spielen.

Services:
openssh (nur für LAN offen)
shellinabox (für ssh-Zugriff von "aussen", und nur wenn man die URL kennt)
samba (für Backup von Windows und Android-Clients)
rsync-Daemon (für Backup von Linux-Clients)
apache2 + LetsEncryt-Zertifikat
mysql + phpmyadmin
postgres
influxdb + grafana
node.js
pi-hole
airsonic
pigallery2
lychee
mpd
squid3
munin
rrd
nextcloud
tiddlywiki
kanban-Board

Das alles zusammen braucht nur 50% RAM, und wird man in keinem Billig-NAS mit aktueller Version und Härtung betreiben können.
Benchmarks kann ich auf Anfrage liefern. Meinem Beispiel sind schon drei andere Kumpels gefolt und haben es nicht bereut.
Zeitweise hab ich sogar mit Virtualbox darauf noch eine Win2016-Server VM am laufen gehabt.
Auch das ist der Vorteil von x86-Hardware, es könnte auch ein Windows drauf laufen, wem das lieber ist.

Der in einem anderen Beitrag genannte "ProLiant-MicroServer" hat halt den Vorteil, dass er ECC-RAMs frisst, aber ich selbst hab noch kein ECC-Problem gehabt (fahre den Server jeden Nacht für 6h runter, weil ihn nach Mitternacht nicht brauche, und den Strom spare), und ECC macht einen Heimserver natürlich auch etwas teurer.
Die ganzen Celeron-Nachfolger von Intel sind der super, es gibt viele Boardvarianten, und lassen sich passiv kühlen. Für mich immer wieder erste Wahl!

Ich habe mich auch lange damit beschäftigt und war kurz davor mir etwas selbst zusammenzustellen. Jedoch war das dann irgendwie eine Bastellösung. Bin dann aber beim Synology DS218j hängen geblieben.
Wichtig war mir nur der Energieverbrauch, Preis und Erweiterbarkeit (Apps). Da hat meiner Meinung nach Synology für Nase vor Qnap.
Das DS218j reicht mir als Datengrab, für Backups und zum internen Teilen von Daten.

Gerrit
Hast du sonst noch irgendwelche Dienste auf der DS218j laufen? Mir erschien sie von den Hardwaredaten recht schwach auf der Brust zu sein.
Sven
Ich hab zZ einen Intel NUC mit einer 2 TB Platte drin. Das wird mir aber zu klein und lässt sich - außer per USB - nicht mehr aufrüsten. Da such ich was vergleichbares von der Rechenpower, aber mit mehr Plattenslots.
Ich habe hier eine Synology DS918+. Aber auch nur ein reines Datengrab. Nextcloud macht da drauf aber auch keinen Spaß. OS-Seitig gibt es einige Einschränkungen, aber dafür läuft sie einfach. Das ist mir dabei wichtig. Die wichtigsten Verzeichnisse hänge ich via webdav in meinen vserver im Netz und binde sie in meine Nextcloud ein. Die lokale Perfomance reicht nicht für viel.
Daneben steht noch eine DS413j. Diese nutze ich als Backupserver für die erste NAS und drei VS-Server im Netz.
Ich nutze Synology mittlerweile seit gut acht Jahren. Sie machen was sie sollen, aber auch nicht mehr.

Curt_mit_C
Ich wollte mir einen TV-Server bauen von dem aus ich im ganzen Haus TV streamen kann. Daher kam für mich ein NAS nicht in Frage. Zudem war es mein erster Server, da wollte ich auch Erfahrungen sammeln.
Der Server besteht aus folgenden Komponenten:
Lian Li PC-Q25B Mini-ITX Cube-Gehäuse
Asus P10S-I Motherboard
Intel Celeron CPU
16 GB RAM DDR4-2133
4 WD 4 TB Festplatten
1 x 120 GB SSD
1 Cine S2 V7 DVB-SAT-TV Karte von Digital Devices
Auf der SSD ist Ubuntu 18.04 installiert. 2 Festplatten sind als Raid 0 eingerichtet, um Filme zu speichern. Die anderen beiden sind als Raid 10 eingerichtet, die ich später als Cloud z.B. für Nextcloud nutzen möchte. Als TV-Backend nutze ich TVHeadend auf den Clients setze ich Kodi ein. Ich habe auch MythTV als Backend und Client ausprobiert, fande ich jedoch zu kompliziert. Zudem habe ich dort keine Möglichkeit gefunden, auch das Radiosignal von der SAT-Anlage zu verteilen. Kodi hat zusätzlich den Vorteil, dass es eine App gibt, mit der ein Handy als Fernbedienung für den Client eingesetzt werden kann.
Wichtig war mir auch, dass der Server sowohl im Betrieb als auch im Standby nicht zu viel Strom verbraucht. Das war mit WD-Festplatten unter Ubuntu nicht ganz einfach. Geholfen hat letztendlich hd-idle. Im Betrieb zieht der Server knapp 40 Watt und im Ruhemodus (alle Festplatten im Standby) 18 Watt. Damit bin ich nicht unzufrieden, freue mich aber gerne auf andere Einschätungen.

Klaus
> Die anderen beiden sind als Raid 10 eingerichtet...
Vermutlich eher Raid 1, oder? Raid 10 mit nur 2 Platten wird schwierig... ;-)

Dave
Ich habe noch eine ältere QNAP, die ich für kleines Geld bekommen habe, schaue mich aber gerade auch um was neues zu kaufen (meine qnap unterstützt kein Docker über die Oberfläche).

Aktuell liebäugel ich auch mit einer neueren QNAP und ich will mir noch mal genauer die Helios4 angucken. Das sah so auf den ersten Blick ganz interessant aus. Das Gehäuse sieht etwas DIY aus, aber mit ein paar LED's kriegt man das bestimmt Fancy... xD
Openmediavault ist ja glaube ich auch recht umfangreich. Mit der Helios4 und OMV hab ich mich noch (!) nicht auseinandergesetzt, aber vielleicht ist das ja was für dich.

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