Screenshot: BlackBerry OS 10 Startscreen

"Zum Stand der Open Source Mobilsysteme" oder "Warum man zu einem BlackBerry Classic greift"

Der Smartphone-Markt wird zur Zeit von zwei Systemen dominiert: Android und iOS. Hinter Android steht zwar nicht nur ein Hardwarehersteller, aber auch hier haben sich wenige Anbieter den Kuchen aufgeteilt. Lediglich zwei andere mobile Betriebssysteme schaffen es derzeit gerade noch messbare Marktanteile zu erreichen:  BlackBerry OS und Windows Phone. Wenn man zu einem der beiden Anbieter greift, trifft man auf Unverständnis. "Ich wusste gar nicht, dass es noch BlackBerry gibt" und "Warum nimmst du so ein Teil?" sind die häufigsten Kommentare. Deshalb mal der Versuch einer Darstellung.

openSUSE 42.1 Screenshot

openSUSE:42 - Frische Ideen für das Chamäleon

Die traditionsreiche Linux-Distribution mit dem charakteristischen Chamäleon als Logo galt lange Zeit als die Linux-Distribution für den Desktop. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Zwischenzeitlich kam Ubuntu und vereinfachte den Zugang zum Debian-Universum für Desktopnutzer und auch das ist schon wieder Schnee von Gestern. Heute gilt Linux Mint als am häufigsten eingesetzte Distribution. Was passiert mit einer Distribution, die ihre Position als "die" Desktopdistribution sicherlich eingebüßt hat, aber dennoch keineswegs tot ist - das lässt sich zur Zeit bei openSUSE beobachten. Jede Krise birgt eine Chance zur grundsätzlichen Verbesserung.

Screenshot: Ubuntu MATE

Mythen II: Entwicklung bei den Desktopumgebungen

Shitstorms als Internetphänomen sind seit einiger Zeit in aller Munde. Man könnte manchmal glauben, die Open Source Community hätte sie erfunden. Der Umgangston in den Foren und auf den Maillinglisten ist manchmal hart und liebevoll gepflegte Vorurteile und Mythen sind eine beliebte Argumentationshilfe. Diese sind zum Teil gegen andere Ökosysteme gerichtet, aber richtig schön wird die Debatte erst wenn es zu den internen Grabenkämpfen kommt. Bevor systemd die Aufmerksamkeit auf sich zog, war es meist die präferierte Desktopumgebung, die zuverlässig einen längeren Flame-War auslöste.

KDE SC 4: Ein bisschen Frischluft schnappen

KDE SC 4 ist eine sehr gute Desktopumgebung, vielleicht die beste die Linux zur Zeit zu bieten hat. Jedenfalls sofern man wert auf eine integrierte Desktopumgebung mit zugehörigen Programmen legt, das einem in jeder Hinsicht alle Freiheiten lässt. Außerdem ist KDE SC nach vielen Entwicklungsjahren inzwischen sehr ausgereift. Mit der Einführung von Baloo und Kontact 4.14 im Sommer 2014 wurden die größten Baustellen des Desktops noch rechtzeitig vor dem Entwicklungsende von KDE SC 4 angegangen. Wer keinen Wert auf große Neuerungen legt erhält mit Kubuntu 14.04 LTS und Debian 8.0 Jessie ein absolut stabiles Desktopsystem für die nächsten Jahre.

Debian 8.0 "Jessie" im KDE Test

Am 25. April, als am morgigen Samstag, wird Debian 8.0 "Jessie" die Freeze-Phase hinter sich lassen und damit offiziell das Licht der Welt erblicken. Die Debian Gemeinschaft wirft nur alle paar Jahre eine Veröffentlichung auf den Distributionsmarkt, weshalb eine fertige Version immer noch ein wichtiges Event ist. Anders als beispielsweise bei Ubuntu wo neue STS-Versionen eher pflichtschuldig zur Kenntnis genommen werden. Debian ist vielleicht die wichtigste aktiv entwickelte Distribution. Nicht unbedingt wegen ihrer direkten Verbreitung, sondern weil vermutlich die hälfte des Linux-Universums (Android ausgenommen!) direkt oder indirekt auf Debian basiert. Ein Test ist alleine deshalb sinnvoll, außerdem läuft Debian seit kurzem wieder auf einem meiner Produktivgeräte.

Screenshot: Ubuntu 14.04

Ubuntu 14.04 LTS nach 18 Monaten

Im Februar hat Ubuntu mit leichter Verzögerung das zweite Point-Release für die jüngste LTS Version 14.04 herausgebracht. Zuverlässig begann in den Foren der üblichen Verdächtigen der kleine Trollsport über den LTS-Status. Ubuntu mag nicht mehr die populärste Distribution sein, auf jeden Fall ist der Hype vorbei – Neuigkeiten scheinen aber noch zuverlässig für Diskussionsstoff zu sorgen. Supportzyklen sind eine Modeerscheinung. Als Ubuntu aufkam revolutionierte es den Releaseprozess mit seiner strikten Orientierung an einem sechsmonatigen Releasezyklus. Andere Projekte wie Gnome und KDE folgten diesem Weg immer kürzerer und besser geplanten Releasezyklen und schließlich orientierten sich auch immer mehr Distributionen daran. Diese Modeerscheinung ist jedoch vorüber.

Posteo Verschlüsselungseinstellungen

Verschlüsselung aller gespeicherten E-Mails nun bei Posteo möglich

Posteo arbeitet bereits seit einiger Zeit an zusätzlichen Sicherheitsfunktionen für seine Kunden. Im Februar aktivierte man die Möglichkeit die eigenen Mails beim Eintreffen mittels des eigenen PGP Schlüssels zu verschlüsseln. Man verwies aber damals bereits auf neue Verschlüsselungsoptionen, die bald verfügbar sein sollten. Das war nicht zu viel versprochen. Am 09. April begann der Rollout des neuen Krypto-Mailspeichers. Leider hat dieser mein Konto noch nicht erreicht, weshalb ein eigener Erfahrungsbericht aussteht.

Linux auf dem Lenovo IdeaPad 330p

Die Laufzeit von Hardware verlängert sich seit einigen Jahren spürbar und das sehr zum Leidwesen der Hersteller. Der technische Fortschritt ist – abgesehen von den Hardcore-Gamern und Menschen die berufsbedingt viel Rechenleistung brauchen – nicht mehr so spürbar und die Anforderungen an Notebooks und PC’s sind in Zeiten von Smartphones und Tablets auch eher rückläufig. Alle paar Jahre braucht der Mensch aber doch mal ein neues Gerät – und sei es nur weil das alte plötzlich die Grätsche macht.

Weil genau letzteres eingetreten ist musste zudem sehr schnell ein neues her und das ohne langwierige Recherche. Klein und Leicht muss es sein, aber ein Display zwischen 13″ und 14″ sollte es dann schon haben. Da das Gerät zudem nur 1-2 Mal die Woche zum Einsatz kommt war das Budget ziemlich limitiert. Wer gibt schon 1 000 € für ein Gerät aus, an dem man lediglich max. 12 Stunden die Woche arbeitet. Das Ergebnis führte zum Lenovo IdeaPad U330p, das derzeit bei größeren Onlineshops für 499€ ohne Betriebssystem zu haben ist.

Mythen I: Desktopumgebungen

Die Linux-Welt ist voller, teils liebevoll gepflegter Mythen. In den Kommentarspalten der großen Nachrichtenportale dürfen diese weiter publiziert und damit am Leben erhalten werden. Teilweise liegt das auch daran, dass bei Linux jeder seine eigene Wahrheit ungestört von Daten und Fakten pflegen kann. Denn diese sind bei den Distributionen eher Mangelware. Während die großen Webstatistiksammler Betriebssysteme und Browser tracken und man somit auf dem Gebiet eine ungefähre Schätzung der Verteilung hat, liegen andere Zahlen im Nebel des (Kommentarspalten-)Krieges.

PPA-Archive ersetzen keine richtigen Backports

Kürzlich musste ich einen PC mit Debian ausstatten. Zwar haben Debian und ich seit letztem Jahr unsere Differenzen aber manchmal bietet halt nur Debian das was man gerade benötigt – insbesondere wenn es sich dabei um besonders alte Versionen handelt. In meinem Fall war das der X-Server nicht neuer als Version 1.12, da in dem Computer eine sehr betagte NVIDIA Grafikkarte arbeitet, die den 96er-Legacy Treiber benötigt, der nur bis Version 1.12 funktioniert. Nouveau bringt das System leider eher zum flattern flackern als zum fliegen. Normalerweise nehme ich für solche Dinosaurier gerne CentOS 6, da es den Wartungsaufwand minimiert und GNOME 2 eine sehr ressourcensparende Oberfläche war. Leider hält RedHat zwar den Kernel stabil, aber der X-Server wird bei jedem Minorupdate aktualisiert. Der 96er Treiber hatte also irgendwann aufgehört zu funktionieren. Auch eine interessante Definition von Stable, aber das soll hier nicht das Thema sein.

Über

[Mer]Curius bietet Informationen zur technischen Dimension des Datenschutz im digitalen Bereich. Neben permanent aktualisierten Artikeln zu Betriebssystemen, Verschlüsselung und Kommunikationsabsicherung werden im Blog aktuelle Trends präsentiert und kommentiert.

Top