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Datenschutzrelevante Themen im Monatsrückblick - Februar 2016

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Jeden Monat gibt es einige Themen, die Verschlüsselung und Datenschutz tangieren. Nicht alles kann auf [Mer]Curius selbst thematisiert werden, deshalb gibt es zum Ende des Monats einen Rückblick auf die relevanten Themen in der Presse. Dieser Monat wurde die Dauerbrenner Fitnessgeräte, Datenabfluss in die USA und Windows 10 geprägt. Einziger Ausreißer war die anhaltende Debatte über Apples Weigerung die Verschlüsselung von iOS zu schwächen. 

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Mythen IV: E-Mail Programme werden nicht mehr genutzt

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Linux ist in diesem Blog ein sehr präsentes Thema, dies ist vor allem bedingt durch die Tatsache, dass es eine gute Ausgangsbasis für weitergehende Maßnahmen zu Datenschutz und Datensicherheit ist. Dem eigentlichen Thema dieser Seite. Gegenwärtig wird die Rubrik zur verschlüsselten E-Mail Kommunikation überarbeitet und an die Gegebenheiten des Jahres 2016 angepasst. Verschlüsselung mit OpenPGP und S/MIME, sowie möglicherweise mehreren E-Mail Adressen verlangt eine ausgefeilte Schlüssel- und Mailverwaltung. Es ist zwar theoretisch möglich dies auch mittels Browser-Addons im Webmailer zu erledigen, aber hier stößt man schnell an Grenzen - und seien es auch nur die Grenzen der Bequemlichkeit.

Wenn unter openSUSE 13.2 Baloo nicht läuft

KDE und die Indizierungslösungen sind eine nicht langwierige Geschichte. Strigi, Nepomuk und Konsorten waren sicherlich mitverantwortlich für den schlechten Ruf, den KDE 4 anfänglich hatte. Nicht ganz zu unrecht natürlich, denn sie waren ressourcenhungrig und funktionierten dabei nicht mal zuverlässig. Doch das ist Vergangenheit, seit mit Version 4.13 Baloo veröffentlicht wurde. Die KDE Entwickler hatten sich die neue Suchmaschine zum Glück nicht für Plasma 5 aufgespart, sondern noch in der vorletzten 4er Version implementiert. Dadurch kommen beharrliche Plasma 4-Nutzer weiterhin in den Genuss einer funktionierten Index-Suche.

Kubuntu ist tot, lange lebe KDE Neon

So oder so ähnlich könnte man die Entwicklungen der letzten Monate und Ankündigungen der letzten Tage zusammen fassen. Kubuntu steckt seit dem Abgang vieler seiner Hauptentwickler in einer schweren Krise. Für das kommende Release 16.04 sind noch nicht mal die seit Dezember verfügbaren Versionen Plasma 5.5 und Applications 15.12 paketiert. Die Qualität des zu kommenden LTS (?)-Releases steht deshalb in den Sternen.

Visionen ersetzen keine Entwicklung

Das KDE Projekt geizte in den vergangenen Monaten nicht gerade mit visionäre Konzepten. Von den Mockups – also rein visuellen Entwürfen – der VDG (Visual Design Group) für verschiedenste Programme bis hin zu großen Entwürfen wie Programme auf per Skalierung auf verschiedensten Oberflächen funktionieren könnten. Um die Entwicklung zu beschleunigen wurden gleichzeitig die Releasezyklen gestrafft und die wenig visionären Fehlerbehebungsversionen zusammen gestrichen.

Mythen III: Um deinen Akku zu schonen musst du...

Der versierte Techniknutzer und der Akku. Kaum ein Thema spaltet so schön die Gemüter und kitzelt den Fachmann in jedem Anwender hervor. Noch schlimmer ist dieser Umstand geworden, als die Hersteller anfingen die Akkus - zuerst in Smartphones, dann auch in Notebooks - fest zu verbauen. Von Hilfestellungen, über Ratschläge bis zur Software gibt es quasi alles um den Akku zu schonen.

Mit Krdc / VNC auf einen anderen Desktop zugreifen

Manchmal möchte man einen anderen Desktop/Laptop im heimischen Netzwerk benutzen, ohne wirklich an ihm zu sitzen. Beispielsweise wenn man ein neues Gerät hat, das erstmal mit Updates gefüttert werden will, weil openSUSE 13.2 ja auch schon über ein Jahr alt ist und die Installationsmedien deshalb leicht veraltet sind. Das ist eine zeitfressende Angelegenheit, es sei denn man kann es nebenher entspannt vom Arbeits-PC aus erledigen, ohne physisch zwischen den Systemen hin- und herzuwechseln. Die Lösung dafür heißt natürlich VNC (Virtual Network Computing) bzw. Krdc und Krfb um die maßgeblichen KDE-Programme zu nennen.

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Das Verhalten entscheidet über die Wahl der Verschlüsselungsmethode

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Es gibt im Linuxbereich im Wesentlichen zwei konkurrierende Verschlüsselungsverfahren für das Betriebssystem. Dies wären die containerbasierte Verschlüsselung mittels LUKS (dm-crypt) und die dateibasierte Variante mittels eCryptFS. Hinzu kommen noch alternative Verfahren wie TrueCrypt und seine diversen Nachfolger, experimentelle Verschlüsselungen wie die neue transparente Methode von ext4, sowie Methoden für Spezialfälle wie EncFS

openSUSE 42.1 Screenshot

Veränderungen bei den Update-Richtlinien von openSUSE Leap

Die Releasemodelle vieler Distributionen sind seit einiger Zeit mannifaltigen Veränderungen unterworfen. Selbst Flaggschiffe im Enterprise-Umfeld wie RedHat Enterprise Linux haben sich streng genommen von einem stabilen Releasemodell verabschiedet. Einen weiteren Schritt hin zu einem pragmatischeren Umgang mit Versionsupdates hat nun openSUSE im Rahmen seiner stabilen Version Leap gemacht.

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KEncFS - eine grafische Oberfläche für die Cloud-Verschlüsselung

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EncFS ist gegenwärtig - trotz bestehender Sicherheitsprobleme - der plattformübergreifende Standard zur Verschlüsselung in der Cloud. EncFS selbst stellt keine grafische Oberfläche zur Bedienung zur Verfügung, sondern verweist auf die Konsole. Ein unter Linux durchaus übliches Verfahren. Als bekennender Anhänger (guter) grafischer Oberflächen und zudem noch KDE Plasma-Nutzer ist das leider kein wünschenswerter Zustand.

Über

[Mer]Curius bietet Informationen zur technischen Dimension des Datenschutz im digitalen Bereich. Neben permanent aktualisierten Artikeln zu Betriebssystemen, Verschlüsselung und Kommunikationsabsicherung werden im Blog aktuelle Trends präsentiert und kommentiert.

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