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Creative Commons und die Hürden

Creative Commons ist eine Erfolgsgeschichte - so möchte man jedenfalls meinen. Nicht nur Wikipedia, sondern auch viele kleinere Projekte stehen inzwischen unter dieser freien Lizenz. CC ist aber auch mit vielen Fallstricken und Hürden verbunden, wie Christoph Langer von Linux und Ich gerade erfahren musste.

Jeder Betreiber einer Webseite steht vor der Hürde, das er eine ansprechende Seite erstellen möchte. Das kann durchaus subjektiv sein, beinhaltete aber für die meisten Menschen die Verwendung von Bildern und anderer Medien. Nun ist aber nicht jeder Blogger auch ein guter Fotograf oder Grafiker, weshalb man in der Regel aus den Möglichkeiten schöpft, die das Internet einem zur Verfügung stellt. Hier gibt es eine Vielzahl von Werken, die unter freien Lizenzen stehen und theoretisch von jedem verwendet werden können - zumindest wenn er sich an die Lizenzbedingungen hält.

Die Creative Commons Lizenzen sind auf den jeweiligen Übersichtseiten immer sehr einfach gehalten (z.B. die Übersichtseite von 4.0), bieten aber leider unzählige Fallstricke. Eben weil die Lizenzen ein "moduler Baukasten" sind, unterscheiden sich die Bedingungen graduell je nach Zusatz und es gibt zudem erhebliche Unterschiede zwischen den Versionen.

Beispiele hierfür sind die Notwendigung einer Angabe des Werktitels bei manchen Versionen, die nicht-kommerzielle Weitergabe bei NC-Zusatz, welche wiederrum die Frage aufwirft was kommerziell ist und vieles weiteres.

Neben dieser bereits sehr unklaren Bedingungen bietet die Creative Common auch noch technische Hürden. Links auf die Lizenz und das Werk sind in der Regel vorgeschrieben. Was sich einfach anhört, kann je nach technischer Implementierung im Laufe der Zeit zur Hürde werden. Design- oder Funktionsänderungen der verwendeten Software können dazu führen, dass die Urheberrechtsangaben von Werken in alten Artikeln nicht mehr stimmen.

Diese eh bereits sehr problematische Situation wird verschärft durch die Bedingungen in Deutschland, welche die Möglichkeit der kostenpflichtigen Abmahnung ohne vorherige Hinweise auf den Verstoß ermöglichen. Eine international eher unübliche Variante, die nicht zuletzt einer ganzen Branche ein gutes Auskommen ermöglicht.

Meine persönliche Schlussfolgerung ist deshalb der Vericht auf Medien mit CC-Lizenzierung und im Zweifelsfall der komplette Medienverzicht, wenn nichts anderes zur Verfügung steht. Die hier erscheinden Texte stehen mangels einer geeigneten Alternative zwar weiterhin unter der CC-BY 4.0 aber eine Einbindung von Material unter einer CC-Lizenz ist mir langfristig zu riskant.

Stattdessen werde ich verstärkt auf Dienste wie Fotolia zurückgreifen. Diese Dienste sind zwar nicht kostenlos, aber die Urheberrechtsangaben wesentlich einfacher gelöst. Statt unklarer Link- und Weitergabevoraussetzungen gilt eine einfache Urheberangabe neben oder auf dem Werk.

Die Idee hinter Creative Commons ist weiterhin unterstützenswert. Die Umsetzung ist jedoch mangelhaft und die vielen Optionen und Bedingungen haben ein unübersichtliches Gewirr entstehen lassen, das juristische Laien nicht mehr ohne weiteres durchschauen.


Bilder:
Einleitungsbild und Beitragsbild von von mohamed Hassan via pixabay

Tags: Open Source, Creative Commons, Lizenz

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