Datenschutz im digitalen Alltag

Damit Privates privat bleibt

Bild von ulleo via Pixabay / Lizenz: CC0 Creative Commons

TOR unter Android und iOS - Mobil unterwegs im Zwiebelnetz

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Die Verwendung von Tor ist auf herkömmlichen Desktopsystemen sehr einfach. Das offizielle - auf Firefox basierende - Browser Bundle steht für Linux, macOS und Windows zur Verfügung und ermöglicht einen unkomplizierten Einstieg in das Tor-Netzwerk. Deutlich komplizierter sieht dies auf den Mobilsystemen aus, aber auch unter Android und iOS führen Wege ins Tor-Netzwerk.

Je nach System muss aber mit deutlichen Abstrichen beim Komfort gerechnet werden. Hier kann das relativ offene Android gegenüber Apples iOS punkten.

[message_box title="Achtung" type="error" close="no"]Sofern man den Tor Browser richtig verwendet ist man weitestgehend geschützt vor technischer Verfolgung. Die größte Gefahr für die eigene Anonymität ist aber immer noch das eigene Nutzungsverhalten. Man kann nicht einfach mit der gleichen digitalen Identität plötzlich anonym unterwegs sein, sondern muss sich eine komplett neue Identität erschaffen. Siehe: Vollständige Anonymität - Nicht unmöglich aber sehr schwierig umzusetzen![/message_box]

Android

Die offizielle Lösung besteht unter Android aus der Kombination von Orbot und Orfox. Orbot ist eine Entwicklung des "Guardian Project" und Orfox ein Kooperationsprojekt zwischen diesem und dem offiziellen Tor Projekt.

Orbot bringt das eigentliche Tor-Programm auf das Smartphone, während Orfox die Browserfunktionalität bereit stelt. Orbot ist damit in etwa vergleichbar zu den Tor-Paketen, die in vielen Linux-Distributionen in den Paketquellen enthalten sind. Theoretisch lassen sich auch andere Apps als Orfox über Orbot mit dem Tor-Netz verbinden, praktisch dürfte die hier vorgestellte App-Kombination den meisten Anwendern reichen. Orbot steht im Play Store zur Verfügung und das Guardian Project betreibt zusätzlich noch eine Paketquelle für F-Droid. Letzteres ist vor allem interessant für Besitzer konsequent google-freier Smartphones. Um über das Tor-Netz zu surfen muss also erst die Orbot-App geöffnet und eine Tor-Verbindung aufgebaut werden.

Orfox nutzt dann diese Tor-Verbindung. Bei der App handelt es sich um eine Kombination von Firefox für Android und dem klassischen Tor-Browser für Desktopsysteme. Er lässt sich ebenfalls aus dem Play Store oder der Guardian Project-Pakequelle installieren.

iOS

Besitzer eines iPhones befinden sich gegenüber Android-Nutzern in einer nachteiligen Position. Apple erlaubt bisher keine wirklich eigenständigen Browser-Apps für iOS. Die verfügbaren Versionen von Chrome und Firefox nutzen daher auch nicht wie üblich ihre eigenen Rendering-Engines, sondern greifen - wie auch Safari - auf WebKit zurück. Aus diesem Grund gibt es für iOS - anders als für Android - keine offizielle Tor-App.

Diese Lücke füllen windige Drittanbieter, weshalb sich im App Store trotzdem einige Apps finden lassen. Leider bekommt Apple besonders bei solchen Leerplätzen seine App Stores nicht in den Griff, weshalb viele Apps, die vollmundig Tor im Namen führen, nutzlos oder gar schädlich sind.

Eine Ausnahme ist hier der quelloffene Onion Browser von Mike Tigas, der auch vom Tor Project empfohlen wird. Die Apple-Beschränkungen verhindern zudem aufeinander basierende Apps, weshalb eine zentrale App - Orbot vergleichbar - über die andere Apps ihren Internetverkehr abwickeln, nicht möglich ist. Der Onion Browser ist somit eine Bündelung aus Browser und Tor-App.

Während Orfox letztlich das Firefox-Nutzungserlebnis auf Android bietet, ist der Onion Browser funktional und optisch sehr limitiert. Der Komfortverlust zugunsten der Anonymität ist hier dadurch sehr ausgeprägt. Mit der kommenden Version 2 soll hier etwas Abhilfe geschaffen werden.

Tags: Android, TOR, iOS, Orfox, Orbot, Onion Browser

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