Datenschutz im digitalen Alltag

Damit Privates privat bleibt

Bild von TeroVesalainen via pixabay / Lizenz: CC0 Public Domain

Daten preisgeben um Datensicherheit zu gewährleisten?

Bild von TeroVesalainen via pixabay / Lizenz: CC0 Public Domain

Es gibt Themen die gleichen einer Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Frage ob eine "Gerät verloren" Funktion genutzt werden sollte gehört dazu. Die meisten großen Hersteller haben eine solche Funktion inzwischen in ihren Mobilgeräten eingebaut.

Vereinfacht gesagt sendet das Gerät dazu regelmäßig seinen Standort (ermittelt meist via GPS) an einen Server. Selbst wenn das Gerät ausgeschaltet ist, bleibt der letzte gesendete Standort vermerkt. Geht das Gerät verloren kann man über einen Internetdienst den letzten Standort ermitteln.

Bis zu diesem Punkt ist das Verfahren das perfekte Tracking. Ein Gerät, nah am Menschen getragen, das regelmäßig seinen Standort übertragt und diesen speichert. Hier lässt sich mühelos ein perfektes Bewegungsprofil erzeugen.

Interessant ist daher auch eher die Zusatzfunktion, die viele Hersteller wie z.B. Apple eingebaut haben. Ist das Gerät verloren und besteht der begründete Verdacht, dass man es nicht nur verlegt hat, sondern es in falsche Hände geraten ist, kann man das Gerät aus der Ferne löschen. Auf diese Weise lässt sich gewährleisten, dass zusätzlich zum materiellen Verlust des Geräts, nicht auch noch wertvolle gespeicherte Daten in falsche Hände geraten. Im geschlossenen Apple-Universum lässt sich sogar der Betrieb des Geräts durch den "Finder" unterbinden.

Die Krux an der Sache: Die eine Funktion gibt es nur gepaart mit der anderen. Eine Sicherheitslöschung aus der Ferne, gibt es nicht ohne permanente Standortaufzeichnung. Der Anwender muss sich also entscheiden. Stimmt er der hinsichtlich des Datenschutzes höchst bedenklichen Standortaufzeichnung zu, um im Verlustfall seine Daten zu löschen? Das ist sicherlich auch eine Frage der Abwägung, in die die Frequenz der Geräteverluste und die Sensibilität der gespeicherten Daten einbezogen werden muss.

Zumindest iOS kennt auch die Funktion, die eine Sicherheitslöschung nach mehrfach falscher Passworteingabe auslöst. Möglicherweise eine Alternative zum permanenten Tracking.

Wünschenswert wäre dennoch die Entkoppelung der Funktionen durch die Hersteller.

Tags: Tracking, GPS, Standort

Die Kommentarfunktion auf [Mer]Curius soll allen interessierten Leserinnen und Lesern einen Austausch ermöglichen. Kritische Meinungen zum Artikel selbst oder anderen Kommentaren sind ausdrücklich erwünscht. Gleichwohl werden Kommentare vor ihrer Veröffentlichung geprüft. Sie erscheinen daher nicht im unmittelbaren Anschluss nach dem Verfassen.


Die Angabe einer E-Mail Adresse ist optional und lediglich notwendig, wenn ein Abonnement zukünftiger Kommentare gewünscht ist.


Informationen zu verarbeiteten personenbezogenen Daten entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung. Mit dem Verfassen eines Kommentars akzeptieren Sie diese Datenschutzbedingungen.

Lade Kommentar... Das Kommentar wird neu geladen in 00:00.

Verfasse den ersten Kommentar.

Schreibe etwas...
Sie sind Gast
oder als Gast schreiben
  • Betriebssystem wählen

    Das Betriebssystem mit dem Desktoprechner, Notebooks und Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets betrieben werden, dient einerseits als Grundlage jeder weiteren Weiterlesen
  • Daten verschlüsseln

    Verschlüsselung von Daten ist eine der wichtigen Erstmaßnahmen um Datenabfluss zu vermeiden. Externe Festplatten oder Speichermedien kann man verlieren, Notebooks Weiterlesen
  • Kommunikation schützen

    Im Zuge der Digitalisierung haben sich auch die Kommunikations-Kanäle vervielfältigt. Videotelefonie, Instant Messenger, sowohl für den Desktop, als auch im Weiterlesen
  • Anonymisierung

    Anonymität gehört im Zeitalter von Werbetracking und Bestandsdatenabfragen der Vergangenheit an. Mit einigen speziellen Programmen wie TOR oder spezialisierten Systemen Weiterlesen
  • 1