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openSUSE Leap 42.2 ist auf dem Weg

Nach einigen Turbulenzen ist das openSUSE Projekt nun wieder deutlicher stabiler. Die Aufteilung in zwei unterschiedliche Distributionszweige Leap und Tumbleweed ist erfolgreich abgeschlossen und beide Projekte beginnen nun ihre Stärken auszuspielen. Während Tumbleweed als originäres Communityprojekt sich zu einer beliebten Rolling Release Distribution mausert, ist Leap als Mischung aus SLE-Basis und Community-Überbau noch dabei sich am LTS-Markt zu verankern. Die nun in Angriff genommene Version 42.2 ist aber ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Die nächste Leap-Version ist, wie die Versionsnummer bereits zeigt, eine Fortführung der 42er Hauptveröffentlichung und wird deshalb keine grundsätzlichen Umbauten beinhalten. Ähnlich wie bei den Unterversionen von RedHat Enterprise Linux oder den Service Packs SUSE Linux Enterprise werden zwar die Versionsnummern einiger Pakete angehoben werden, aber eine reibungslose Aktualisierung innerhalb der Hauptveröffentlichungen ist gewährleistet. In die neue Version 42.2 werden primär die Neuerungen aus dem, ebenfalls für den Herbst geplanten, Service Pack 2 von SLE, sowie die Wartungsupdates aus 42.1 integriert.

Die Neuerungen im SP2 dürften openSUSE Leap nun noch näher an SUSE Linux heranführen. Bei der Veröffentlichung der ersten Version standen die openSUSE Entwickler noch vor dem Problem, dass desktoprelevante Kernpakete wie der Kernel oder Mesa zu alt waren und deshalb von openSUSE aktualisiert werden mussten.

Die Aktualisierungen aus dem SP2 reichen hier jedoch aus, weshalb openSUSE Leap und SUSE Linux Enterprise sich fortan auf den gleichen Kernel (4.4) und Grafikstack (Mesa 11.2) teilen werden. Anwender des Desktops KDE Plasma profitieren zudem von der Aktualisierung auf Qt 5.6.1, die ebenfalls aus dem SP2 von SLE stammt. Das Initsystem systemd wird von der inzwischen etwas betagten Version 2.10 auf 2.28 aktualisiert.

Andere relevante Bestandteile stammen aus Tumbleweed und den bisherigen Wartungsupdates von 42.1. GNOME wurde bereits auf Version 3.20 aktualisiert, während die Aktualisierungen für KDE Plasma und Applications noch ausstehen. Es ist aber davon auszugehen, das die Veröffentlichung mit mindestens KDE Plasma 5.7 und den Applications 16.08 erfolgen wird.

Die Alpha 2 lässt sich bereits reibungslos installieren und zeigt im Testbetrieb keine nennenswerten Fehler. Angesichts des Entwicklungsmodells ist dies auch nicht überraschend, lässt aber hoffnungsvoll auf die endgültige Veröffentlichung im Herbst schauen

Insgesamt verläuft die Entwicklung bei openSUSE gerade sehr positiv. Die Erkenntnis, dass man die Bedürfnisse der LTS-Anwender und der RR-Befürworter nicht unter einen Hut bekommt, hat zu zwei sehr guten - auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnittenen - Produkten geführt. Der Leap-Ansatz einen stabilen (Enterprise-)Unterbau mit aktuellen Desktoppaketen zu kombinieren und den Nutzern somit über Jahre einen Kompromiss aus Stabilität und aktuellen Funktionen anzubieten ist in der Linux-Welt einzigartig und dürfte vielen Anwendern entgegen kommen.


Bilder:

Einleitungs- und Beitragsbild von ar130405 via Pixabay 

Tags: Entwicklung, Linux, openSUSE, Leap

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