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Symbolbild "Datenbank"

Backups automatisieren mit dem KUP Backup System

Das Schlagwort Datensicherheit wird gerne mit Begriffen wie Verschlüsselung und Datenschutz in Verbindung gebracht. Grundlegend ist jedoch die Absicherung gegen Datenverlust. Es gibt deshalb zahlreiche Backup-Lösungen für alle Betriebssysteme - sowohl mobile Betriebssysteme wie Android oder iOS, als auch Desktopsysteme. Lösungen für Linux basieren oft auf rsync, das sich selbst sonst nur auf der Kommandozeile benutzen lässt. Allerdings gibt es auch Backuplösungen, die auf ein andere Systeme zurückgreifen. Eine davon ist das Kup Backup System.

Vorabüberlegungen

Backups sind wichtig, das ist eine der ersten Lektionen, wenn man mit vielen wichtigen Daten hantiert. Manche müssen es erst durch einen großen Datenverlust lernen. Die Möglichkeiten Backups anzulegen sind jedoch genauso zahlreich, wie die möglichen Backupmedien.

Grundsätzlich muss man einige Punkte bedenken, bevor man eine geeignete Methode auswählen kann.

  • Backupmedium: Daten lassen sich überall speichern: Von der herkömmlichen gebanntenn CD/DVD, über den USB-Stick bis zum heimischen Server oder die Cloud. Nicht jede dieser Lösungen ist allerdings auch sinnvoll, da die Lebensdauer der Medien unter Umständen stark limitiert ist. Der sinnvollste Kompromiss zwischen Lebensdauer des Mediums, Speicherplatz und (finanzieller) Praktikabilität dürfte in ordinären externen Festplatten bestehen. Davon mehrere, an verschiedenen Plätzen aufbewahrt, sollte man gegen die meisten Risiken halbwegs abgesichert sein.
  • Umfang: Es gilt grundsätzlich zu entscheiden, ob es reicht die Benutzerdaten zu sichern oder ob das gesamte Betriebssystem gesichert werden soll.
  • Automatismus: Der Aufwand für eine Backuplösung variiert je nach Umgang und gewähltem Programm.

Kup Backup System

In den meisten Fällen dürfte also eine (bzw. mehrere) externe Festplatten und die Sicherung der Benutzerdaten dem Anforderungsprofil entsprechen. Zur Absicherung der gesicherten Daten, sollten die Backupmedien verschlüsselt sein. Das widerspricht zwar dem Prinzip der einfachen Zugänglichkeit des Backups, würde aber ansonsten jede Betriebssystemverschlüsselung ad absurdum führen. Um dieses einzurichten können KDE-Nutzer auf eine perfekt in die Oberfläche integrierte Lösung zurückgreifen - das Kup Backup System.

Kup stellt eine Oberfläche für zwei verschiedene Systeme bereit. Erstens das normale rsync, das im Hintergrund vieler Backuplösungen arbeitet und zweitens Bup. Dieses benutzt git als Basis für inkrementielle Sicherungen. Dadurch wird immer nur der geänderte Teil einer Datei gesichert.

Kup ist in Arch Linux und seinen Abkömmlingen Manjaro, Chakra OS und KaOS in den Paketquellen enthalten - teilweise sogar standardmäßig vorinstalliert. Für andere Distributionen wie Kubuntu, Debian oder openSUSE müssen Fremdquellen eingebunden werden.

kup systemeinstellungen

Nach der Installation lässt sich Kup über den Punkt Datensicherungen in den KDE Systemeinstellungen aufrufen.

kup einrichtung

Die Einrichtung des Backups ist relativ einfach gelöst. In einem ersten Punkt wird man nach der Art des Backups gefragt. Die versionsverwaltete Datensicherung basiert auf Bup, während die synchronisierte Datensicherung rsync einsetzt.

Die Beschreibung verdeutlicht bereits Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösung. Während Bup - vor allem bei regelmäßiger Sicherung - verschiedene Arbeitzuständge jeder Datei vorhält, hat die rsync-Lösung immer nur den letzten Synchronisationsstand. Bup-Archive wachsen mit der Zeit an und können vor allem bei großen Datenmengen, vielen Änderungen und unzureichenden Speichermedien irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Bup-Archive lassen sich zudem nur mit einem entsprechenden KIO-Slave (der in Kup enthalten ist) anzeigen, während rsync-Sicherungen auf Dateibasis erfolgen.

Mit Kup ist es aber auch möglich für verschiedene Datenbestände unterschiedliche Backuppläne anzulegen.

Für jeden Datensicherungsplan wählt man im Bereich Quellen die zu sichernden Datenbestände aus. Im Abschnitt Zielordner kann die externe Festplatte und fakultativ noch ein spezieller Pfad auf selbiger gewählt werden.

Ein großer Vorteil von Kup ist das detaillierte Zeitplanungsmanagement. Dies ist zwar theoretisch auch mit anderen Backup-Lösungen wie Back In Time möglich, hat dort aber faktisch nie richtig funktioniert. Wenn die in der Zeitplanung angegebene Frist verstrichen ist und die externe Festplatte angeschlossen wird, fragt Kup über eine Systembenachrichtigung automatisch ob ein Backup durchgeführt werden soll. Der konkrete Aufwand beschränkt sich also auf das Anschließen der Festplatte, sowie bestätigen der Abfrage. Viel weniger geht nicht!

Die Anzahl der Sicherungspläne hängt von den eigenen Anforderungen ab. Ich persönlich nutze eine rsync-Sicherung für den kompletten Dateibestand, die einmal wöchentlich ausgelöst wird, sowie einmal im Monat eine Sicherung der VirtualBox-Images. Ergänzt wird diese durch eine versionierte Bup-Sicherung der aktuellen Projekte. Eben diese Flexiblität ist einer der großen Vorteile von Kup - zusammen mit der perfekten KDE-Integration. Fehlt noch die Aufnahme in die ein oder andere Distribution.


Bilder:

Einleitungs- und Beitragsbild von mcmurryjulie via pixabay

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Tags: KDE, Backup, Datensicherheit, Kup

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