Datenschutz im digitalen Alltag

Damit Privates privat bleibt

Symbolbild "Akku"

Mythen III: Um deinen Akku zu schonen musst du...

Der versierte Techniknutzer und der Akku. Kaum ein Thema spaltet so schön die Gemüter und kitzelt den Fachmann in jedem Anwender hervor. Noch schlimmer ist dieser Umstand geworden, als die Hersteller anfingen die Akkus - zuerst in Smartphones, dann auch in Notebooks - fest zu verbauen. Von Hilfestellungen, über Ratschläge bis zur Software gibt es quasi alles um den Akku zu schonen.

Notebooks sind Gebrauchsgegenstände und ihre Akkus Verschleißmaterial. Viele Anwender treten dennoch so auf, als müsste das Gerät 10 Jahre funktionieren und der richtige Umgang mit dem Akku wäre eine Wissenschaft. Da wird der Akku nicht vollständig geladen, sondern nur bis ~80% und natürlich auch nicht tief entladen, sondern nur bis ~20%. Bei jeder Gelegenheit muss man dann für den richtigen Ladezustand eine Steckdose aufsuchen und giftet am besten noch den Nachbarn z.B. im Zug an, weil dieser sich erdreistet sein wirklich leeres Gerät aufladen zu müssen. Wie kann die Deutsche Bahn auch nur lediglich einen Steckplatz pro Doppelsitz verbauen... 

Im vergangenen März habe ich mir dann auch mein erstes Notebook mit fest verbautem Akku gekauft: Ein Lenovo IdeaPad U330p. Mit ca. 500€ Kaufpreis sicherlich keine Offenbarung im Subnotebook-Segment. Um den Akku habe ich mir natürlich auch viele Sorgen gemacht - vor dem kauf. Nach dem Erwerb war mir das einfach zu aufwändig und so arbeitete ich mit dem Gerät einfach.

Arbeiten heißt, das Gerät im Akkubetrieb zu benutzen - notfalls auch bis es "leer" ist. Bei 5% Akkuzustand schickten die KDE Energiespareinstellungen das Gerät in den Ruhezustand, Datenverluste kann man sich schließlich wirklich nicht erlauben. Danach ging es an die Steckdose, bis der Akku wieder aufgeladen war. Das ganze nicht tagtäglich (der Akku hält ja auch ca. 6 Stunden Dauerbetrieb aus) aber mehrmals wöchentlich.

Das Gerät musste wegen eines Defekts leider kürzlich erst in die Reparatur und wurde dann ersetzt. Vorher habe ich aus Interesse mal mit TLP die Akkuwerte ausgelesen.

+++ Battery Status
/sys/class/power_supply/BAT1/manufacturer = SMP
/sys/class/power_supply/BAT1/model_name = L12M4P61
/sys/class/power_supply/BAT1/cycle_count = (not supported)
/sys/class/power_supply/BAT1/energy_full_design = 45140 [mWh]
/sys/class/power_supply/BAT1/energy_full = 43970 [mWh]
/sys/class/power_supply/BAT1/energy_now = 19960 [mWh]
/sys/class/power_supply/BAT1/power_now = 9270 [mW]
/sys/class/power_supply/BAT1/status = Discharging

Ich bezweifel jetzt mal, dass mit einem B.Sc. in Akkuwissenschaft diese Werte heute besser aussehen würden. Dafür konnte ich aber ganz sorgenfrei fast ein Jahr mit dem Gerät arbeiten.


Bilder:

Einleitungs- und Beitragsbild von Mudassar Iqbal via Pixabay 

Tags: Mythen, Akku

Ergänzungen zum Artikel

Weitere Informationen können den Nutzungsbedingungen entnommen werden.

5000 Buchstaben übrig


  • 1

Über [Mer]Curius

Immer größere Teile unseres Lebens haben sich in den vergangenen Jahren digitalisiert. Es gibt heute unzählige Dienste und jeder Mensch hinterlässt permanent Spuren. Die Datensätze, die hier entstehen wecken viele Begehrlichkeiten. Es besteht aber auch die Möglichkeit durch gezielte Maßnahmen die eigene Datenspur zu minimieren und Daten effektiv und sicher zu schützen. Damit entgeht man zwar nicht jeder Überwachungsmaßnahme, erlangt aber zumindest teilweise die Kontrolle über die eigenen Daten zurück.

→ Mehr über [Mer]Curius