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Kommentar: Warum ownCloud statt Nextcloud?

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Eine eigene Cloud ist abgesehen von gar keiner Cloud die sicherste Alternative. Vorbei sind aber die Zeiten, da man hier nur zu einem Anbieter greifen konnte. Neben Spezialisten wie Seafile oder Pydio dominieren hier vor allem die beiden Konkurrenten ownCloud und Nextcloud. Letzteres ist dabei das Ergebnis einer Abspaltung durch Teile der Community und des Gründerteams von ownCloud, weil man mit der Entwicklung unzufrieden war.

Im Zuge der Abspaltung wechselten große Teile der medial wahrnehmbaren Nutzerschaft zu Nextcloud. Das Projekt wirkte frischer, brachte neuen Wind und ownCloud sah ziemlich schnell wie einer toter Zweig der Entwicklung aus. Knapp ein Jahr nach dem Fork bin ich zurück bei ownCloud, weil Nextcloud inzwischen für mich sinnbildlich für all die kleinen Open Source-/Community-Probleme steht.

Natürlich gefiel allen erst einmal die Idee Funktionen, die bis dahin der kommerziellen Enterprise-Variante von ownCloud vorbehalten waren, in den Hauptzweig zu integrieren und für alle nutzbar zu machen. Freibier kommt immer gut an! Nextcloud legte auch ein ordentliches Tempo vor, während ownCloud mit der X genannten Version 10 gerade mal eine Veröffentlichung hervorbrachte, steht Nextcloud bereits bei 12. Ein Hoch auf die Versionitis! Für den Anwender hat sich jedoch kaum etwas getan. Während man bei ownCloud die Konfigurationsoberfläche mal ordentlich strukturiert hat, herrscht bei Nextcloud ein Wildwuchs, den man kaum noch durchblickt. Produktpflege ist ja auch tendenziell nicht so die Stärke von Communityprojekten, weil es oftmals attraktiver ist neue Funktionen zu implementieren. Was nutzt dem Anwender da die höhere Version?

Wo eine höhere Version allerdings mal nötig wäre tut sich nichts. Für macOS ist die aktuelle Client-Version immer noch bei 2.2 und die meisten Linux-Distributionen werden nur noch durch von Dritten gebaute Binaries bedient. Diese sind zudem ziemlich oft fehlerhaft, wie man in den entsprechenden Supportforen mehrfach feststellen musste. Hier kommt dann gerne der Hinweis, selber zu kompilieren, der Quellcode ist ja da. Der einfache Anwender ist da mal wieder aus den Augen verloren. Müßig zu erwähnen, dass bei ownCloud die Clientversionen für alle Betriebssysteme auf dem aktuellen Stand sind.

OwnCloud ist vielleicht nicht so angesagt, die Entwicklung bei Nextcloud eventuell auch viel agiler. Dafür schafft ownCloud ein gepflegtes Produkt und stellt für die Anwender leicht zu installierende Clients bereit - Dinge, auf die das agile Communityprojekt Nextcloud scheinbar nicht so viel wert legt. Ich bin vorerst zurück bei ownCloud und beobachte wohin sich beide gegabelten Zweige entwickeln.


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Tags: Open Source, Entwicklung, ownCloud, Nextcloud

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